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06.01.26

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Gema ClassicLine Handkabinen richtig auswählen & einstellen: Praxis-Guide für saubere Absaugung und schnellen Farbwechsel

Praxis-Guide
Gema ClassicLine Handkabinen: Auswahl, Richtwerte & Workflow für stabile Absaugung
Für kleine Serien bis großvolumige Teile: So holen Sie aus ClassicStandard / ClassicOpen und der passenden Ablufteinheit reproduzierbare Qualität heraus – mit schneller Reinigung und planbarer Wartung.
ATEX-konforme Komponenten Absaugung: 4000 / 6600 Nm³/h Patronenfilter + Jet-Abreinigung
Gema ClassicLine Ablufteinheit Kit
Beispiel: Ablufteinheit-Kit – relevant für stabile Unterdruckführung & sauberen Arbeitsraum.

Warum ClassicLine? (Praxisnutzen in 30 Sekunden)

ClassicLine-Handkabinen sind für die manuelle Pulverbeschichtung (inkl. Kunststoff- und Metallicpulver) ausgelegt und schützen den Prozess durch Unterdruck/Strömung nach innen – so bleibt das Pulver in der Kabine und nicht in Ihrer Umgebung. Gleichzeitig sind Filterpatronen und Farbwechsel so gedacht, dass Reinigung und Wechsel planbar bleiben. (Richtwerte & Details siehe unten)
KPI 1
4000 / 6600 Nm³/h
Absaugvolumen (nominal) – passend zu kleineren Aufgaben vs. großen Objekten.
KPI 2
30 / 60 m²
Filterfläche je nach Ausführung – wichtig für stabile Saugwirkung & Standzeit.
KPI 3
< 78 dB(A)
Geräuschwert (ohne externe Quellen / ohne Abreinigungsimpulse).

Produktüberblick: Varianten, Einsätze, Vorteile

Variante Typischer Einsatz Absaugung (nominal) Filter / Fläche Praxisvorteil
ClassicStandard 2 Kleinserien, Einzelteile, Reparaturen 4000 Nm³/h 2 Patronen / 30 m² Kompakt, platzsparend, schnelle Routine-Tasks
ClassicStandard 4 Mehr Durchsatz, größere Teile 6600 Nm³/h 4 Patronen / 60 m² Mehr Filterfläche für stabile Leistung bei höherem Pulveranfall
ClassicOpen Nachbeschichtung, voluminöse Werkstücke 6600 Nm³/h 4 Patronen / 60 m² Offene Ausführung – ideal, wenn Teile „mehr Raum“ brauchen
Hinweis: Werte sind aus den bereitgestellten Unterlagen abgeleitet und gelten je nach Ausführung/Optionen als Richtwerte.
Praxis-Tipp (gelbe Box): Filter sauber halten – aber nicht „totreinigen“
Die Jet-Filterabreinigung ist wirksam, sollte aber im Alltag dosiert eingesetzt werden: Als Richtwert nicht häufiger als 1–2× pro Schicht auslösen. Wenn trotz korrekter Abreinigung die Störmeldung wegen zu hohem Filterwiderstand wiederkehrt, ist ein kompletter Patronensatz-Wechsel meist nachhaltiger als ständiges Nachreinigen.

CTA: Passende Ablufteinheit-Kits für Ihre ClassicLine

Wählen Sie das Kit nach Patronenzahl und Handling (Wanne / Auffangbehälter / Fluidbehälter). Für die meisten Anwendungen sind diese zwei „Schnellstarter“ besonders beliebt:
Tipp: Wenn Sie häufig Farbwechsel fahren oder viel Overspray haben, lohnt sich meist die Variante mit mehr Filterfläche (4 Patronen) – das stabilisiert die Saugwirkung bei höherem Pulveranfall.

Empfohlene Grundeinstellungen (als Richtwerte)

Diese Richtwerte helfen beim „sauberen Start“. Bei abweichender Anlage/Optionen bitte vor Ort validieren.
Parameter Richtwert Warum wichtig
Druckluft Eingangsdruck min. 6 bar / empfohlen 7 bar Sorgt für stabile Versorgung (insb. Abreinigung).
Kabinen-Druckregler nicht über 6 bar einstellen Schützt Drucktank/Komponenten vor Überdruck-Events.
Abreinigungsdruck (Drucktank) 5 bar empfohlen (max. 6 bar) Genug Impulsenergie für Jet-Reinigung ohne unnötige Belastung.
Impulszeit (Jet) 10–30 ms, Werkseinstellung 20 ms Beeinflusst, wie „hart“ die Patrone abgeblasen wird.
Pausenzeit zwischen Impulsen Werkseinstellung 10 s Stabiler Zyklus, ohne den Luftstrom unnötig zu stören.
Abreinigung auslösen max. 1–2× pro Schicht Übermäßige Zyklen bringen oft weniger als ein geplanter Patronenwechsel.
Hinweis: Zykluszeiten sollten typischerweise nur angepasst werden, wenn wiederholt eine Störung wegen zu hohem Filterwiderstand angezeigt wird – und dann strukturiert (Ursache prüfen, Patronen-Zustand bewerten).

Profi-Workflow (5–7 Schritte)

  1. Vor Schichtstart: Auffangbehälter/Handling-Teil korrekt ansetzen, Anschlüsse prüfen, Sichtcheck Filter/Filtermatten.
  2. Druckluft freigeben: Eingangsdruck sicherstellen (Richtwert min. 6 bar), Kabinenregler nicht über 6 bar.
  3. Kabine starten: Hauptschalter an, Ventilatorlauf prüfen, erst danach ES-Gerät freigeben.
  4. Beschichten: Mit konstanten Bewegungen, Fokus auf Einzug in den Arbeitsraum (Unterdruck hilft, Overspray zu binden).
  5. Bei Bedarf: Filterabreinigung manuell auslösen (dosiert, nicht „im Dauerfeuer“).
  6. Farbwechsel: Kabine & Auffangbehälter reinigen, Injektor/Schlauch/Pistole separat reinigen, Patronen bei Farbwechsel konsequent tauschen.
  7. Schichtende: Grobreinigung, Auffangbehälter prüfen/entleeren, Dokumentation (Störungen/Abreinigung/Wechsel).

Fehlerbehebung (4 typische Fälle)

1) Anlage schaltet ab / Motorschutz ausgelöst
  • Hauptschalter aus, Motor abkühlen lassen, Motorschutz zurücksetzen (gemäß Schaltplan).
  • Bei Wiederholung: Ursache systematisch prüfen (Lüfter, Verschmutzung, Lager) und Herstellervertretung einbeziehen.
2) ES-Gerät wird abgeschaltet (minimale Abluftmenge nicht erreicht)
  • Filterpatronen abreinigen (ein geplanter Zyklus statt mehrfacher Kurz-Impulse).
  • Wenn Alarm wiederkehrt: Patronen am Lebensende → kompletten Patronensatz wechseln.
3) Pulver an den Filtermatten (Reinluftseite) sichtbar
  • Verdacht auf undichte/defekte Filterpatrone: betroffene Patrone bzw. ganzen Satz tauschen.
  • Reinluftkammer kontrollieren und reinigen, danach erneut prüfen.
4) Filterpatrone wird nicht abgereinigt
  • Magnetventil/Spule oder Kabel prüfen (Defekt/Kabelbruch) und ersetzen.
  • Wenn Ventile ok: Steuerungsrelais/Modul als Ursache prüfen (Fachpersonal).

Wartung (5 Punkte, die wirklich zählen)

  • Täglich/je Schicht: Pulverschlauch durchblasen, Pistole außen reinigen, Verschleißteile kontrollieren.
  • Täglich/je Schicht: Kabine grob reinigen und Auffangbehälter auf Verunreinigungen prüfen.
  • Wöchentlich: Filterpatronen auf sichtbare Schäden prüfen; Filtermatten an Ausströmöffnungen kontrollieren (Pulverniederschlag = Warnsignal).
  • Wöchentlich: Kabine komplett reinigen (keine Feuchtreinigung) + Auffangbehälter/Wanne entleeren.
  • Halbjährlich: Abluftventilator (Motor/Laufrad) auf Staub- und Pulverablagerungen kontrollieren.

FAQ (praxisrelevant)

1) Welche ClassicLine-Ausführung passt zu großen Werkstücken?
Für besonders voluminöse Teile ist die offene Ausführung (ClassicOpen) typischerweise die passende Wahl – alternativ ClassicStandard 4, wenn der Arbeitsraum genügt.
2) 4000 oder 6600 Nm³/h – wann brauche ich was?
4000 Nm³/h ist meist passend für kleinere Beschichtungsaufgaben, 6600 Nm³/h für größere Objekte bzw. höheren Pulveranfall. Entscheidend sind Teilegröße, Overspray-Menge und gewünschte Stabilität des Unterdrucks.
3) Wie oft sollte ich die Filterabreinigung auslösen?
Als Richtwert nicht häufiger als 1–2× pro Schicht. Wenn die Störung wegen zu hohem Filterwiderstand häufig kommt, ist die Ursache zu prüfen (Filterzustand, Undichtigkeiten, Pulveranfall) – ggf. Patronensatz wechseln.
4) Darf ich Filterpatronen mit Druckluft „abpusten“?
In der Kabinenreinigung ist ausdrücklich darauf zu achten, Filterpatronen nicht mit der Pressluftpistole abzublasen – zu starker Strahl kann die Struktur beschädigen. Nutzen Sie die Jet-Abreinigung wie vorgesehen.
5) Warum schaltet das ES-Gerät manchmal ab?
Wenn die minimale Abluftmenge nicht erreicht wird (z. B. durch zugesetzte Filter), wird das ES-Gerät abgeschaltet. Abreinigung oder Patronenwechsel sind die typischen Maßnahmen.
Stand der Richtwerte: abhängig von Ausführung/Optionen und Zustand der Filter. Änderungen/Abweichungen in der Praxis möglich.
Sie möchten, dass wir die passende Konfiguration (2 vs. 4 Patronen, Behälter/Wanne/Fluid) anhand Ihrer Teilegröße & Farbwechselhäufigkeit auswählen? Dann schreiben Sie uns kurz Ihre Rahmenbedingungen.