Beratung +49 7546 3520019

  Gratis DE-Versand ab 250 €

  14 Tage kostenloser Umtausch

  Marktführende Bestpreisgarantie

30.12.25

kara-part-number

Elcometer KARA 30/40/40A: Praxis-Guide für Transferpumpen (Settings, Workflow, Troubleshooting)

Praxis-Guide

Elcometer KARA 30/40/40A richtig einsetzen: Förderleistung, Grundeinstellungen, Fehlerbehebung

Für stabile Materialversorgung in Beschichtungsprozessen – inkl. Richtwert-Settings aus Manual, Profi-Workflow und Wartungscheckliste.

Die Elcometer KARA Doppelmembran-Transferpumpen sind für niederdruckige Materialförderung ausgelegt – z. B. aus Gebinden zu einem Zielbehälter oder zur Materialversorgung einer Spritzpistole. Typisch profitieren Sie von gleichmäßigem Materialfluss und einer robusten Konstruktion für Wasser- und lösemittelbasierte Medien (je nach Variante auch abrasiv).

  • Weniger Stillstände: sauberer Anlauf, Entlüften/Purgen und klare Abschalt-/Reinigungsroutine
  • Bessere Prozessstabilität: passende Schlauch-/Filterwahl und Druck nicht „hochziehen“, wenn die Düse/Passage begrenzt
  • Längere Standzeit: korrekte Depressurisation + konsequente Reinigung nach Einsatz
Elcometer KARA Part Number Übersicht

Grafik: Part-Number-Übersicht (zur schnellen Zuordnung im Einkauf/Service).

Produktüberblick: KARA 30 vs. KARA 40 vs. KARA 40A (Einsätze & Vorteile)

Modell Typischer Einsatz Richtwerte Leistung Materialkontakt (WET) – Kerndifferenz
KARA 30 Kompakt für Transfer/Versorgung bei Wasser- & lösemittelbasierten Medien Max. Free Flow: 30 l/min; Max. Luft: 6 bar; Arbeitsdruck Fluid: 6 bar Sitze/Kugeln: Edelstahl; Membran: Polyethylen
KARA 40 Mehr Durchsatz für längere Leitungen/mehrere Entnahmestellen (prozessabhängig) Max. Free Flow: 40 l/min; Max. Luft: 7 bar; Arbeitsdruck Fluid: 7 bar Sitze: Polypropylen; Kugeln: PTFE; Membran: PTFE
KARA 40A Für abrasive Medien (z. B. keramikbasierte/pigmentreiche Materialien) – verschleißfester ausgelegt Max. Free Flow: 40 l/min; Max. Luft: 7 bar; Arbeitsdruck Fluid: 7 bar Sitze/Kugeln: Edelstahl; Membran: PTFE

Hinweis: Leistungswerte sind technische Kenndaten unter Testbedingungen (z. B. „Wasser als Testmedium“) und sollten in der Praxis als Richtwerte verstanden werden – Viskosität, Schlauchlänge/-durchmesser und Filter beeinflussen den realen Durchsatz.

KPI 1
30–40 l/min
Max. Free Flow (modellabhängig) – Reserve für stabile Versorgung bei langen Leitungen.
KPI 2
6–7 bar
Max. Luftzulaufdruck (modellabhängig) – nie überschreiten, sondern Prozess über Düse/Passage optimieren.
KPI 3
0,25 mm
Max. Partikelgröße (Richtwert) – Filter/Ansaugsieb sauber halten, um Pulsieren & Blockaden zu vermeiden.
Praxis-Tipp (so vermeiden Sie 80% der Startprobleme): Setzen Sie konsequent auf antistatische Luftschläuche und Erdung aller beteiligten Komponenten (Pumpe, Schläuche, Gebinde, Werkstück). Zusätzlich empfiehlt das Manual, die Einheit mindestens 6 m vom Applikationsbereich zu platzieren. Das reduziert Risiko (statische Entladung/Umgebungseinflüsse) und stabilisiert den Ablauf.

Direkt zum passenden Modell (rote CTAs)

Wählen Sie nach Durchsatzbedarf und Materialart (Standard vs. abrasiv):

Empfohlene Grundeinstellungen (aus Manual abgeleitet – als Richtwerte)

Die folgenden Werte sind praxisnahe Richtwerte aus den beschriebenen Abläufen im Manual – in der Realität wirken Viskosität, Schlauchlänge/-durchmesser und Filterzustand stark auf das Ergebnis.

  • Depressurisation/Entlastung: Produktdruckregler so einstellen, dass das Manometer ca. 0,5–1 bar anzeigt (wenn vorhanden).
  • Entlüften/Purgen (Start mit Pistole): Nach Anlauf Produkt über Rücklauf/Spülleitung ca. 30 Sekunden laufen lassen, um Luft aus der Pumpe zu entfernen.
  • Reinigung nach Transfer: Luftdruck zum Spülen typischerweise 2–2,5 bar einstellen (Richtwert aus Reinigungsablauf).
  • Reinigung nach Applikation (Spritzpistole): Produktdruck im Ablauf als Richtwert um 1 bar verwenden, bis sauberer Lösemittel-/Reinigerfluss ansteht.

Wichtig: „Mehr Druck“ ist nicht automatisch „mehr Prozessstabilität“. Das Manual warnt, dass zu hoher Produktdruck u. a. Verschleiß erhöht und unnötig Material kostet – zuerst Passage/Düse/Filter prüfen.

Profi-Workflow (5–7 Schritte): stabiler Start bis sauberes Abschalten

  1. Sicher & sauber starten: Erdung/antistatische Schläuche prüfen, Verbindungen auf Dichtheit kontrollieren, Ansaugsieb/Filter sauber.
  2. Material vorbereiten: Material gemäß Herstellerangaben mischen und filtern; Viskosität im Blick behalten (Manual empfiehlt Viskositätskontrolle).
  3. Transferbetrieb: Ansaugung fest montieren, Auslassschlauch sicher im Zielbehälter, dann Luftzufuhr öffnen und Luftregler schrittweise erhöhen, bis Material sauber ansaugt und gewünschte Geschwindigkeit erreicht ist.
  4. Applikation mit Pistole (falls genutzt): Rücklauf/Entlüftung öffnen, Pumpe anlaufen lassen, ~30 s entlüften, dann Entlüftungsventil schließen und Materialdruck auf Zielwert bringen.
  5. Feinjustage statt Druckorgie: Bei zu wenig Durchfluss erst Düse/Passage/Filter prüfen bzw. Passage erhöhen, bevor Arbeitsdruck weiter steigt.
  6. Kurzer Stopp: Wenn Material nicht aushärtet: Ansaugung im Material lassen und Depressurisation durchführen.
  7. Job Ende: Luftdruck runter auf 0 bar, Pistole entlasten (Trigger), dann Reinigung gemäß Ablauf mit geeignetem Lösemittel/Wasser (je nach Material) bis „klar“ kommt.

Fehlerbehebung (4 typische Probleme + Maßnahmen)

1) Material kommt aus dem Luftauslass
  • Membran prüfen und bei Defekt ersetzen.
  • Membranschraube/Dichtung prüfen, nachziehen oder ersetzen.
2) Luftblasen am Materialausgang
  • Ansaugschlauch/Verschraubung nachziehen (Falschluft vermeiden).
  • Dichtungen an Membranschraube prüfen, ggf. ersetzen.
3) Zu geringe Fördermenge
  • Luftversorgung/Luftdruck prüfen und Luftregler korrekt öffnen.
  • Auslassschlauch/Filter/Ansaugfilter (inkl. Antipulsationsfilter) reinigen oder ersetzen.
  • Ansaugschlauch: fest, dicht und mit passendem Durchmesser (viskositätsabhängig).
4) Dauerhaft Luft am Schalldämpfer (bei stillstehender Pumpe)
  • Distributor-/Schieber-/O-Ringe prüfen und ersetzen (Dichtpaket).
  • Verteilerplatte/Insert prüfen, ggf. ersetzen.

Wartung (5 Punkte, die sich wirklich lohnen)

  • Vor Schichtstart: Produkt-Schläuche & Verbindungen auf Zustand/Dichtheit prüfen.
  • Vor Arbeiten am Gerät: Immer erst Depressurisation durchführen und vom Druckluftnetz trennen.
  • Sauber halten: Ansaugfilter/Antipulsationsfilter regelmäßig reinigen – Verunreinigung = Pulsieren/Blockade/Leistungsverlust.
  • Schmierung nur wenn nötig: Im Manual wird i. d. R. kein Fetten gefordert – Ausnahme O-Ringe bei Reparaturen; wenn Luft geschmiert werden muss: max. „ein Tropfen pro Minute“ (geeignetes Öl).
  • Originalteile: Für Passgenauigkeit & Betriebssicherheit werden Original-Ersatzteile empfohlen.

FAQ (praxisrelevant)

Welche KARA ist „die richtige“?
KARA 30 für kompakte Transfers; KARA 40 für mehr Durchsatz/Reserve; KARA 40A, wenn Ihr Medium abrasiv ist (z. B. keramik- oder stark pigmenthaltig).
Kann ich die Pumpe direkt für Spritzpistolenversorgung nutzen?
Ja – das Manual beschreibt den Ablauf „Application with spraygun“ mit Rücklauf/Entlüftung, Purge (~30 s) und anschließendem Einstellen von Produkt- und Luftdruck.
Warum bekomme ich Luftblasen im Material?
Häufige Ursache ist Falschluft über eine nicht vollständig dichte Ansaugverbindung oder Dichtungen an der Membranschraube. Erst Dichtheit herstellen, dann erneut entlüften/purgen.
Warum sollte ich nicht einfach den Materialdruck erhöhen, wenn zu wenig kommt?
Das Manual weist darauf hin, dass zu hoher Produktdruck Verschleiß erhöht und Material verschwendet. Wenn der Durchfluss niedrig ist, zuerst Passage/Düse/Filter (und Schlauchdimension) prüfen, dann erst Druck anpassen.
Welche Temperaturbereiche sind sinnvoll?
Technisch sind (modellabhängig) Material-/Umgebungstemperaturen im Bereich ca. 4,4–60°C angegeben. In der Praxis gilt: je wärmer/viskoser das Material, desto stärker wirken sich Schlauchlänge, Filter und Querschnitte auf die Förderleistung aus.

Fazit

Mit der richtigen KARA-Variante (30/40/40A), sauberer Erdung/antistatischen Schläuchen, konsequenter Depressurisation und einer klaren Reinigungsroutine bekommen Sie eine robuste, prozessstabile Materialversorgung. Nutzen Sie die genannten Richtwerte als Startpunkt – und optimieren Sie zuerst Filter/Querschnitte/Düse, bevor Sie Druck erhöhen.