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28.12.25

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DeVilbiss PRO AIR 1/2/3: Druckluft-Filterregler richtig einstellen, warten & Lackfehler vermeiden

Praxis-Guide

DeVilbiss PRO AIR 1/2/3 richtig nutzen: saubere Prozessluft, stabile Druckregelung, weniger Lackfehler

Wenn die Druckluft schwankt oder Öl/Wasser mitkommt, leidet sofort das Spritzbild – von Kratern bis Orangenhaut. In diesem Guide sehen Sie, wie Sie die PRO AIR Filter-Regulatoren fachgerecht installieren, einstellen und warten – inklusive Troubleshooting und praxisnahen Richtwerten.

DeVilbiss PRO AIR Filter-Regulator
Tipp: Montieren Sie die Einheit möglichst nah am Verbrauchspunkt – so minimieren Sie Druckabfälle und Kondensatprobleme.
Luftqualität
Filtration bis 5 µm / 0,01 µm
PRO AIR 1 filtert Partikel bis 5 µm. PRO AIR 2/3 ergänzt einen Koaleszer für feinste Flüssig-/Feststoffanteile bis 0,01 µm. (Richtwerte je nach Einsatzbedingungen)
Durchsatz
Bis 900 l/min oder 3.500 l/min
PRO AIR 2/3 sind auf 900 l/min ausgelegt, PRO AIR 1 auf 3.500 l/min (je nach Modell/Temperatur als Richtwerte).
Service-Intervall
1000 h / 6 Monate
Filterelemente tauschen, wenn ein spürbarer Druckabfall entsteht – spätestens alle 6 Monate oder nach ca. 1000 Betriebsstunden.

Warum PRO AIR in Lackierkabine & Anlagenversorgung so viel bringt

  • Stabilere Prozessluft → reproduzierbares Spritzbild, weniger Nacharbeit.
  • Weniger Öl-/Wasser-/Partikeleintrag → weniger Oberflächenfehler und Störungen an Werkzeugen.
  • Zwei getrennt absperrbare Ausgänge (je nach Einheit) → 1–2 Arbeitsplätze sauber versorgen.

Produktüberblick: PRO AIR 1 vs. PRO AIR 2 vs. PRO AIR 3

Variante Filter-/Stufe Typischer Einsatz Max. Durchsatz* Ausgänge
PRO AIR 1 Vorfilter/Partikelfilter bis 5 µm + Regler Allgemeine Prozessluft, hohe Luftmengen 3.500 l/min* 2 regelbar
PRO AIR 2 Wie PRO AIR 1 + Koaleszer bis 0,01 µm Kabinenluft/Feinfiltration, auch für PSA-Anwendungen geeignet (laut Handbuch) 900 l/min* 2 regelbar
PRO AIR 3 Wie PRO AIR 2 + Aktivkohle (Ölmitriss bis 0,003 ppm*) Maximal saubere Luft, sensible Anwendungen 900 l/min* 2 regelbar
* Werte sind abhängig von Betriebsbedingungen/Temperatur und werden hier als Richtwerte aus Handbuch & Produktdaten zusammengefasst.
Praxis-Tipp: Kondensat-Handling ohne Sauerei
Nutzen Sie die Ablassfunktion am Filter/Koaleszer je nach Situation:
  • Manuell: Ventil „zu“ stellen und nur bei Bedarf ablassen – auch unter Druck möglich (wenn vorgesehen).
  • Semi-automatisch: Beim Druckablassen öffnet die Entwässerung federunterstützt – ideal, wenn die Anlage regelmäßig drucklos gemacht wird.

Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte aus Handbuch)

1) Zulässige Druckbereiche
  • Zulaufdruck: bis max. 13 bar (Richtwert).
  • Regelbereich Ausgang: 0–8 bar (Richtwert).
  • Manometer-Skala: 0–11 bar / 0–160 psi.
2) Einstell-Logik (wichtig!)
  • Immer von niedrig nach hoch auf den Sollwert regeln (nicht „von oben runter“).
  • Sollwert sichern: Reglerknopf drücken = verriegelt, ziehen = entriegelt.
Hinweis: Der „richtige“ Arbeitsdruck hängt vom angeschlossenen Werkzeug/Prozess ab. Nutzen Sie die oben genannten Werte als sichere Rahmenparameter und stimmen Sie den Sollwert auf Ihre Anwendung ab.

Profi-Workflow: Installation & Inbetriebnahme in 7 Schritten

  1. Position wählen: Einheit möglichst nah am Verbrauchspunkt montieren und aufrecht betreiben.
  2. Flussrichtung prüfen: Luft muss gemäß Pfeilrichtung am Gehäuse durchströmen.
  3. Absperrung nutzen (PRO AIR 2/3): Einlass-Isolationsventil schließen/öffnen (Schieber) – hilfreich bei Wartung & Kondensatablass.
  4. Erdung sicherstellen: Über den vorgesehenen Erdungspunkt am Halter anschließen und Durchgang prüfen (Ziel: sehr geringer Widerstand; Handbuch nennt < 1 kΩ als Richtwert).
  5. Druck sicher hochfahren: Regler zunächst ganz zurück (gegen Uhrzeigersinn), dann langsam auf Sollwert erhöhen.
  6. Ausgänge/Arbeitsplätze trennen: Ausgänge je nach Bedarf absperren und sauber auf den Prozess abstimmen.
  7. Fixieren & dokumentieren: Reglerknopf drücken (Lock) und Sollwert inkl. Datum/Filterzustand im Wartungsplan notieren.

Fehlerbehebung: 4 typische Probleme (und was sofort hilft)

1) Druck fällt ab / schwankt
  • Filterelemente prüfen: Druckabfall ist ein klares Signal für Wechsel (spätestens 6 Monate/1000 h).
  • Regelung korrekt anfahren: immer von niedrig nach hoch auf Sollwert (stabiler).
2) Kondensat sammelt sich, Ablass funktioniert schlecht
  • Ablassmodus prüfen: manuell vs. semi-automatisch korrekt einstellen.
  • Einheit nicht über empfindlicher Elektrik montieren (Ablass kann Kondensat abgeben).
3) Wartung geplant, aber Anlage lässt sich nicht sauber drucklos machen
  • Vor Wartung vollständig drucklos machen: absperren, Regler komplett gegen Uhrzeigersinn zurückdrehen und Restdruck abbauen.
  • Bei PRO AIR 2/3 Einlass-Isolationsventil nutzen, um Einheit kontrolliert zu entlasten.
4) Manometer/Anzeigeproblem nach Tausch
  • Manometer handfest einschrauben (kein Werkzeug ansetzen).
  • Gewinde mit Flüssigdichtmittel abdichten – kein PTFE-Band verwenden (Herstellerhinweis).

Wartung: 5 Punkte, die wirklich zählen

  • Sicherheit zuerst: Immer komplett drucklos machen, bevor Sie Schalen/Elemente öffnen.
  • Wechselintervalle: Bei spürbarem Druckabfall sofort wechseln – sonst spätestens 6 Monate oder 1000 h.
  • Elementwechsel sauber: Schale abschrauben, Element lösen – Gewinde nicht verkanten.
  • Keine aggressiven Reiniger: Keine Lösungsmittel/“harten“ Chemikalien – kann Materialien angreifen.
  • Erdung bleibt Pflicht: Nach Wartung prüfen, ob die Erdung/der Kontakt weiterhin sicher ist.

Jetzt passende PRO AIR Variante wählen

Sie möchten stabilen Druck, saubere Luft und weniger Lackfehler? Wählen Sie die Filterstufe passend zu Ihrem Prozess – von hoher Luftmenge bis maximaler Feinfiltration.

FAQ aus der Praxis

Worin unterscheiden sich PRO AIR 2 und PRO AIR 3?
PRO AIR 3 ergänzt zur Koaleszer-Stufe zusätzlich eine Aktivkohle-Stufe, um Ölmitriss weiter zu reduzieren (Richtwert im Handbuch).
Wie erkenne ich, dass das Filterelement „zu“ ist?
Wenn der Druck über die Einheit merklich abfällt oder die Luftversorgung „träge“ wird, ist das ein typisches Zeichen. Spätestens nach 6 Monaten bzw. 1000 h sollte ohnehin gewechselt werden.
Kann ich Kondensat auch unter Druck ablassen?
Je nach Modus lässt sich der Ablass manuell nutzen; semi-automatisch öffnet er beim Druckablassen. Wichtig: Einheit nicht über empfindlicher Elektrik montieren.
Warum ist Erdung bei Druckluft-Filtern überhaupt ein Thema?
Durch Strömung/Materialien können elektrostatische Ladungen entstehen. Das Handbuch fordert eine sichere Erdung und eine Durchgangsprüfung als Teil der sicheren Installation.
Welche Temperatur ist zulässig?
Für die hier betrachteten Einheiten wird ein Betrieb bis 80 °C als Richtwert genannt (modell-/datenblattabhängig).

Fazit

Mit der richtigen PRO AIR Variante (1/2/3) sichern Sie stabile Druckverhältnisse und deutlich sauberere Prozessluft. Entscheidend sind die Basics: korrekte Flussrichtung, Montage nahe am Verbrauchspunkt, sichere Erdung, Druckeinstellung von niedrig nach hoch – und ein konsequenter Filterwechsel nach Zustand bzw. spätestens 6 Monaten/1000 h.