DeVilbiss PRO AIR 1/2/3 richtig nutzen: saubere Prozessluft, stabile Druckregelung, weniger Lackfehler
Wenn die Druckluft schwankt oder Öl/Wasser mitkommt, leidet sofort das Spritzbild – von Kratern bis Orangenhaut. In diesem Guide sehen Sie, wie Sie die PRO AIR Filter-Regulatoren fachgerecht installieren, einstellen und warten – inklusive Troubleshooting und praxisnahen Richtwerten.
Warum PRO AIR in Lackierkabine & Anlagenversorgung so viel bringt
- Stabilere Prozessluft → reproduzierbares Spritzbild, weniger Nacharbeit.
- Weniger Öl-/Wasser-/Partikeleintrag → weniger Oberflächenfehler und Störungen an Werkzeugen.
- Zwei getrennt absperrbare Ausgänge (je nach Einheit) → 1–2 Arbeitsplätze sauber versorgen.
Produktüberblick: PRO AIR 1 vs. PRO AIR 2 vs. PRO AIR 3
| Variante | Filter-/Stufe | Typischer Einsatz | Max. Durchsatz* | Ausgänge |
|---|---|---|---|---|
| PRO AIR 1 | Vorfilter/Partikelfilter bis 5 µm + Regler | Allgemeine Prozessluft, hohe Luftmengen | 3.500 l/min* | 2 regelbar |
| PRO AIR 2 | Wie PRO AIR 1 + Koaleszer bis 0,01 µm | Kabinenluft/Feinfiltration, auch für PSA-Anwendungen geeignet (laut Handbuch) | 900 l/min* | 2 regelbar |
| PRO AIR 3 | Wie PRO AIR 2 + Aktivkohle (Ölmitriss bis 0,003 ppm*) | Maximal saubere Luft, sensible Anwendungen | 900 l/min* | 2 regelbar |
- Manuell: Ventil „zu“ stellen und nur bei Bedarf ablassen – auch unter Druck möglich (wenn vorgesehen).
- Semi-automatisch: Beim Druckablassen öffnet die Entwässerung federunterstützt – ideal, wenn die Anlage regelmäßig drucklos gemacht wird.
Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte aus Handbuch)
- Zulaufdruck: bis max. 13 bar (Richtwert).
- Regelbereich Ausgang: 0–8 bar (Richtwert).
- Manometer-Skala: 0–11 bar / 0–160 psi.
- Immer von niedrig nach hoch auf den Sollwert regeln (nicht „von oben runter“).
- Sollwert sichern: Reglerknopf drücken = verriegelt, ziehen = entriegelt.
Profi-Workflow: Installation & Inbetriebnahme in 7 Schritten
- Position wählen: Einheit möglichst nah am Verbrauchspunkt montieren und aufrecht betreiben.
- Flussrichtung prüfen: Luft muss gemäß Pfeilrichtung am Gehäuse durchströmen.
- Absperrung nutzen (PRO AIR 2/3): Einlass-Isolationsventil schließen/öffnen (Schieber) – hilfreich bei Wartung & Kondensatablass.
- Erdung sicherstellen: Über den vorgesehenen Erdungspunkt am Halter anschließen und Durchgang prüfen (Ziel: sehr geringer Widerstand; Handbuch nennt < 1 kΩ als Richtwert).
- Druck sicher hochfahren: Regler zunächst ganz zurück (gegen Uhrzeigersinn), dann langsam auf Sollwert erhöhen.
- Ausgänge/Arbeitsplätze trennen: Ausgänge je nach Bedarf absperren und sauber auf den Prozess abstimmen.
- Fixieren & dokumentieren: Reglerknopf drücken (Lock) und Sollwert inkl. Datum/Filterzustand im Wartungsplan notieren.
Fehlerbehebung: 4 typische Probleme (und was sofort hilft)
- Filterelemente prüfen: Druckabfall ist ein klares Signal für Wechsel (spätestens 6 Monate/1000 h).
- Regelung korrekt anfahren: immer von niedrig nach hoch auf Sollwert (stabiler).
- Ablassmodus prüfen: manuell vs. semi-automatisch korrekt einstellen.
- Einheit nicht über empfindlicher Elektrik montieren (Ablass kann Kondensat abgeben).
- Vor Wartung vollständig drucklos machen: absperren, Regler komplett gegen Uhrzeigersinn zurückdrehen und Restdruck abbauen.
- Bei PRO AIR 2/3 Einlass-Isolationsventil nutzen, um Einheit kontrolliert zu entlasten.
- Manometer handfest einschrauben (kein Werkzeug ansetzen).
- Gewinde mit Flüssigdichtmittel abdichten – kein PTFE-Band verwenden (Herstellerhinweis).
Wartung: 5 Punkte, die wirklich zählen
- Sicherheit zuerst: Immer komplett drucklos machen, bevor Sie Schalen/Elemente öffnen.
- Wechselintervalle: Bei spürbarem Druckabfall sofort wechseln – sonst spätestens 6 Monate oder 1000 h.
- Elementwechsel sauber: Schale abschrauben, Element lösen – Gewinde nicht verkanten.
- Keine aggressiven Reiniger: Keine Lösungsmittel/“harten“ Chemikalien – kann Materialien angreifen.
- Erdung bleibt Pflicht: Nach Wartung prüfen, ob die Erdung/der Kontakt weiterhin sicher ist.
Jetzt passende PRO AIR Variante wählen
Sie möchten stabilen Druck, saubere Luft und weniger Lackfehler? Wählen Sie die Filterstufe passend zu Ihrem Prozess – von hoher Luftmenge bis maximaler Feinfiltration.
FAQ aus der Praxis
Fazit
Mit der richtigen PRO AIR Variante (1/2/3) sichern Sie stabile Druckverhältnisse und deutlich sauberere Prozessluft. Entscheidend sind die Basics: korrekte Flussrichtung, Montage nahe am Verbrauchspunkt, sichere Erdung, Druckeinstellung von niedrig nach hoch – und ein konsequenter Filterwechsel nach Zustand bzw. spätestens 6 Monaten/1000 h.