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07.03.26

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Graco Reactor E-20 richtig einstellen, starten und warten

Praxis-Guide

Graco Reactor E-20 richtig einstellen, sicher starten und im Alltag stabil betreiben

Die Graco Reactor E-20 ist für Anwendungen mit niedriger bis mittlerer Ausbringung ausgelegt und kombiniert digitale Temperatur- und Druckregelung mit beheiztem Materialfluss. In diesem Guide erhalten Sie einen praxisnahen Überblick zu Technik, Start-up, Richtwerten für Temperatur und Druck, typischen Fehlerbildern und sinnvoller Wartung.

6 kW Heizleistung 230 V / 1 Ph max. 2000 psi bis 64 m Schlauch
Graco Reactor E-10 Dosiergerät

Warum dieser Praxis-Guide für Anwender relevant ist

Im täglichen Einsatz entscheidet nicht nur die Maximalleistung über das Ergebnis, sondern vor allem die Prozessstabilität: saubere Materialzufuhr, kontrolliertes Vorheizen, ausgeglichene A/B-Drücke und eine saubere Abschalt- und Wartungsroutine. Genau hier spielt die Reactor E-20 ihre Stärken aus.

Wichtig: Die tatsächlichen Sollwerte hängen immer vom eingesetzten PU-Schaum- oder Polyurea-System, der Umgebungstemperatur, dem Schlauchpaket und dem eingesetzten Pistolen-Setup ab. Die unten genannten Werte sind daher bewusst als Richtwerte für den Praxiseinstieg formuliert.

Produktüberblick: Varianten, Einsätze, Vorteile

Bereich Praxisrelevante Einordnung
Gerätetyp Elektrisches, beheiztes 2K-Dosiergerät für Polyurethan-Schaum und Polyurea-Anwendungen im professionellen Bereich.
Einsatzbereich Geeignet für Anwendungen mit niedriger bis mittlerer Ausbringung, insbesondere dort, wo kontrollierte Temperaturführung und reproduzierbare Einstellungen wichtig sind.
Vorteile Digitale Temperatur- und Druckregelung, Systemdiagnose, Hybrid-Heizer für stabile Temperaturführung, wartungsfreundliche Pumpen und bis zu 64 m beheizte Schlauchlänge.
Wichtiger Hinweis Das auf der Graco-Produktseite geführte Modell 259025 ist als eingestellt/discontinued gekennzeichnet. Für Bestandsanlagen, Gebrauchtmaschinen oder Komplettpakete im Markt bleibt das Gerät dennoch praxisrelevant.
Max. Ausbringung
20 lb/min
ca. 9,07 kg/min
Max. Arbeitsdruck
2000 psi
ca. 13,8 MPa
Max. Schlauchlänge
210 ft
ca. 64 m beheizt
Tipp aus der Praxis: Vor dem ersten Spritzbild nicht nur die Zieltemperatur einstellen, sondern die Schlauchzone wirklich vollständig vorheizen. Laut Handbuch kann das je nach Aufbau etwa 15 bis 60 Minuten dauern. Wer zu früh startet, riskiert zähe Materialführung, Druckschwankungen und unnötige Mischbildprobleme.

Technische Eckdaten der Graco Reactor E-20

Parameter Wert
Leistung 6 kW / 6000 W
Netz 230 V, 1 Phase, 50/60 Hz
Stromaufnahme 48 A
Max. Materialtemperatur 88 °C / 190 °F
Max. Arbeitsdruck 2000 psi / 13,8 MPa
Max. Schlauchlänge 64 m / 210 ft
Max. Mischungsverhältnis 1:1
Gewicht ca. 155 kg

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Empfohlene Grundeinstellungen für den Start (als Richtwerte)

Das Handbuch beschreibt den genauen Ablauf für Vorheizen, Druckaufbau und Kontrollspritzung, nennt aber keine universellen Sollwerte für jedes Material. Für die Praxis sollten Sie deshalb immer mit den Datenblättern Ihres Materials abgleichen. Die folgenden Punkte sind sinnvolle Start-Richtwerte auf Basis des Graco-Workflows:

Bereich Praxis-Richtwert
Schlauchvorheizung Vollständig vorheizen und je nach Systemaufbau etwa 15 bis 60 Minuten einplanen.
A-/B-Temperatur Mit den vom Materialhersteller vorgegebenen Sollwerten starten; beide Seiten und die Schlauchzone sauber angleichen.
Druckaufbau Druck stufenweise hochfahren, bis ein sauberes Spritzbild erreicht ist; danach die Manometer auf A/B-Balance prüfen.
Druckdifferenz-Überwachung Werkseitig liegt die Druckimbalance-Erkennung bei 500 psi; enger für sensiblere Ratio-Kontrolle, höher zur Reduktion von Fehlalarmen.
Kontrollspritzung Vor Freigabe des Prozesses immer erst auf Karton oder Testfläche spritzen und Temperatur/Druck fein nachstellen.

Profi-Workflow: So gehen erfahrene Anwender vor

  1. System vorbereiten: Einlasssiebe prüfen, ISO-Lubrikation kontrollieren, Material sauber bereitstellen und A/B-Seite strikt getrennt halten.
  2. Material laden: Feed-Pumps starten, Material über getrennte geerdete Behälter luftfrei fördern und erst dann weiterarbeiten.
  3. Temperaturzonen setzen: Zieltemperaturen für A, B und Schlauch nach Materialvorgabe einstellen und die Schlauchzone komplett vorheizen.
  4. Druck geordnet aufbauen: Motor starten, Arbeitsdruck schrittweise einstellen und nicht direkt auf Maximallast gehen.
  5. A/B-Balance kontrollieren: Beide Manometer vergleichen und die höhere Seite vorsichtig über das jeweilige Ventil entspannen, bis Gleichgewicht erreicht ist.
  6. Testspritzung durchführen: Erst auf Karton oder Testfläche spritzen, Spritzbild auswerten und Temperatur oder Druck feinjustieren.
  7. Sauber abschalten: Heizzonen aus, Pumpen parken, Druck entlasten, Hauptstrom aus und erst danach die Materialzufuhr schließen.

Typische Fehlerbilder und schnelle Gegenmaßnahmen

1. Druck unausgeglichen

Hinweis auf Feed-Probleme, Filtersperre, Dichtungsproblem oder Leckage.

  • Manometer A/B direkt vergleichen
  • Höhere Seite vorsichtig entspannen
  • Einlasssieb und Materialversorgung prüfen

2. Hose wird nicht sauber warm

Zu kurze Vorheizzeit oder Problem mit FTS/Hose.

  • Vorheizzeit konsequent einhalten
  • Nur mit gefüllten Schläuchen heizen
  • Bei E04 FTS-Verbindung prüfen

3. Materialfluss stockt

Oft durch verschmutzte Einlasssiebe oder eingeschlossene Luft verursacht.

  • Einlasssiebe reinigen
  • System erneut luftfrei laden
  • Material auf Sauberkeit und Lagerung prüfen

4. Diagnosencode im Betrieb

Die Steuerung meldet Temperatur- oder Motorfehler gezielt über Codes.

  • Code dokumentieren
  • Je nach Alarm Hauptstrom aus/ein zum Rücksetzen
  • Bei wiederkehrenden Fehlern Ursache beheben statt nur quittieren

Wartung: Diese 5 Punkte sichern Verfügbarkeit

  • TSL- bzw. Wet-Cup-Füllstand täglich prüfen.
  • Einlasssieb-Screens täglich kontrollieren und bei Bedarf reinigen.
  • ISO-Pumpenlubrikation täglich auf Farbe, Konsistenz und Verdünnung prüfen; bei Gelbildung oder starker Verfärbung wechseln.
  • Zirkulationsventile wöchentlich schmieren.
  • Steuerung, Lüfter, Motorbereich und Öffnungen sauber halten, damit kein Staubstau oder Wärmestau entsteht.

FAQ zur Graco Reactor E-20

Ist die Reactor E-20 für Ex-Zonen geeignet?

Nein. Das Handbuch weist ausdrücklich darauf hin, dass das Gerät nicht für explosionsgefährdete bzw. klassifizierte Bereiche freigegeben ist.

Wie lange sollte der beheizte Schlauch vorheizen?

Als Praxisfenster nennt der Graco-Workflow etwa 15 bis 60 Minuten. Die reale Zeit hängt von Schlauchlänge, Umgebung und Material ab.

Was bedeutet Druckimbalance bei der E-20?

Die Funktion überwacht, ob A- und B-Seite zu stark auseinanderlaufen. Das kann auf Feed-Probleme, Filterverstopfung, Leckage oder Dichtungsverschleiß hindeuten.

Mit welchem Wert startet die Druckdifferenz-Überwachung?

Werkseitig ist die Erkennung auf 500 psi eingestellt. Dieser Wert kann je nach Prozess enger oder toleranter angepasst werden.

Was ist vor dem eigentlichen Auftrag Pflicht?

Eine saubere Testspritzung auf Karton oder einer geeigneten Testfläche. Erst wenn Temperatur, Druck und Mischbild stimmen, sollte in die Fläche gearbeitet werden.

Fazit

Die Graco Reactor E-20 ist eine robuste und klar strukturierte Lösung für professionelle 2K-Schaum- und Beschichtungsprozesse mit niedriger bis mittlerer Ausbringung. Wer Einlasssiebe, ISO-Lubrikation, Vorheizzeit und A/B-Druckbalance konsequent im Blick behält, schafft eine deutlich stabilere Prozessbasis. Genau deshalb lohnt sich ein sauber standardisierter Start-up- und Wartungsablauf im Alltag mehr als das reine Arbeiten nach Gefühl.

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