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27.02.26

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Graco President 4-Ball (17E223) richtig einstellen: Durchsatz, Druck & Wartung in der Praxis

Praxis-Guide

Graco President 4-Ball (17E223) richtig einstellen – Durchsatz, Druck & Wartung in der Praxis

Wenn eine Umlaufpumpe zu „hart“ läuft, entstehen unnötiger Verschleiß, Luftblasen oder unruhige Förderung. Läuft sie zu „weich“, fehlen Stabilität und Durchsatz. In diesem Guide bekommen Sie praxisnahe Richtwerte und einen klaren Ablauf – damit Ihre President 4-Ball schnell sauber primt, stabil läuft und länger durchhält.

Was ist die 17E223?

Die Graco President 4-Ball ist eine pneumatische Kolbenpumpe für hohen Durchsatz bei niedrigerer Hubzahl – ideal für Zirkulation/Versorgung, auch bei hochviskosen Materialien. Die 17E223 ist die 2:1-Variante mit 1000 cm³ Unterpumpe, offener Ölertasse und NPT-Anschlüssen.

Graco President 4-Ball Pumpe

Hinweis: Produktbild dient der Orientierung.

Produktüberblick: Varianten & Einsätze (schnell vergleichen)

Modell Übersetzung Unterpumpe Material / Style Anschluss Max. Arbeitsdruck Typischer Einsatz
17E223 2:1 1000 cm³ Edelstahl / offen (Ölertasse) NPT 460 psi (32 bar) Zirkulation, hoher Durchsatz, robuste Versorgung
17E222 2:1 1000 cm³ Edelstahl / sealed Tri-Clamp 460 psi (32 bar) Prozess-/Anlagenumfeld, wenn sealed + Clamp gewünscht
17E224 2:1 1000 cm³ CS / offen NPT 460 psi (32 bar) Wenn CS-Material ausreicht (Kosten/Nutzen prüfen)
17E226 3:1 750 cm³ Edelstahl / offen NPT 460 psi (32 bar) Mehr Druckreserve durch 3:1-Übersetzung

Tipp: Wählen Sie nicht „maximal“, sondern „passend“. Weniger Hubzahl bei gleichem Durchsatz bedeutet oft: weniger Pulsation, weniger Verschleiß, längere Standzeit.

KPI-Richtwert
32 bar (460 psi)
Max. Fluid-Arbeitsdruck (modellabhängig, hier 2:1-Serie)
KPI-Richtwert
bis 53,5 L/min
Max. Förderleistung (2:1 / 1000 cm³-Unterpumpe)
KPI-Richtwert
bis 12 bar
Max. Lufteinlassdruck (2:1-Variante)
Praxis-Tipp (gegen festgehende Dichtungen): Stoppen Sie die Pumpe beim Abschalten unten im Hub und entlasten Sie anschließend den Druck. So vermeiden Sie, dass Material am Kolben-/Stangenbereich antrocknet – ein häufiger Grund für beschädigte Dichtungen beim Neustart.

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Sie möchten die passende Ausführung (z. B. Tri-Clamp / sealed Unterpumpe) direkt bestellen oder konfigurieren? Nutzen Sie den Button – oder fragen Sie bei uns an, wenn Sie Anschluss-/Materialkompatibilität vorab prüfen möchten.

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Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte aus Dokumentation abgeleitet)

Die folgenden Werte sind Start-Richtwerte. Sie hängen von Materialviskosität, Schlauchlängen, Filtern und Ventilen ab. Wichtig: Überschreiten Sie die maximal zulässigen Drücke nicht.

  • Luftdruck als Startpunkt: Beginnen Sie mit einem niedrigen Versorgungsdruck im Bereich der in den Leistungsdiagrammen genutzten Referenzen (z. B. 2,8 bar / 4,9 bar) und erhöhen Sie nur so weit, bis die Anlage stabil fördert.
  • Obergrenze Lufteinlassdruck: 2:1-Modelle sind bis 12 bar (180 psi) spezifiziert.
  • Hubzahl / Dauerbetrieb: Für die 17E223 ist eine max. kontinuierliche Doppelhubzahl von 12 DH/min als Spezifikationswert angegeben. Wenn mehr Durchsatz gebraucht wird: zuerst Engstellen (Filter/Leitungen/Ventile) prüfen, dann Luftdruck moderat nachführen.
  • Durchsatz-Orientierung: Für 2:1 / 1000 cm³ sind bis 14,1 gpm (53,5 L/min) als Max-Wert genannt – als Praxisziel zählt aber der stabile, pulsationsarme Betrieb.
  • Temperaturgrenze: Als maximale Fluid-Temperatur ist 66 °C angegeben (Systemkomponenten beachten).

Profi-Workflow: Inbetriebnahme in 6 Schritten

  1. Anlage druckfrei & sicher: Vor Arbeiten an Ventilen/Filtern/Anschlüssen Druck entlasten (Druck bleibt sonst im System).
  2. Ölertasse/TSL vorbereiten (bei Wet-Cup-Ausführung): Ölertasse mit TSL füllen (bei sealed Ausführung ggf. nicht erforderlich).
  3. Regler auf „0“ & Ventile prüfen: Luftregler schließen, Entlüftungs-/Master-Air-Ventil zunächst geschlossen halten, Drain-Ventile erst öffnen, dann zum Pumpstart wieder schließen.
  4. Leitungen anschließen & Dichtheit checken: Luftleitung an Master-Air-Ventil, Materialzulauf vom Tank, Materialabgang zur Anlage – alle Verschraubungen fest.
  5. Langsam primen: Master-Air öffnen, Luftregler langsam hochdrehen, bis die Pumpe anläuft. Dann mit niedriger Geschwindigkeit laufen lassen, bis Luft vollständig raus ist.
  6. Stabilisieren & korrekt stoppen: Nach dem Priming Anlage auf Arbeitszustand bringen. Beim Abschalten: Druck entlasten und Pumpe unten im Hub stoppen, damit kein Material antrocknet.

Fehlerbehebung (4 typische Fälle + schnelle Maßnahmen)

1) Förderleistung zu niedrig auf beiden Hüben
  • Luftversorgung prüfen: Absperrventile offen, Leitungen/Filter frei.
  • Materialversorgung prüfen: Tank nicht leer, Zulauf nicht „zieht Luft“.
  • Materialleitung/Filter/Armaturen auf Verstopfung prüfen und reinigen.
2) Förderleistung schwach nur auf einem Hub
  • Kugelrückschlagventile (Ball Checks) prüfen: verschlissen oder hängen offen.
  • Packungen prüfen und bei Bedarf ersetzen (unterpumpen-spezifisches Manual beachten).
3) Keine Förderung / Pumpe läuft nicht an
  • Luftversorgung/Absperrung/Regler prüfen (häufigste Ursache).
  • Ball Checks auf korrekte Montage prüfen.
  • Falls Luftmotor beschädigt: Air-Motor-Manual heranziehen.
4) Unruhiger Lauf / „erratisch“
  • Tank nicht leer laufen lassen (zu hohe Hubzahl kann Schäden verursachen).
  • Ball Checks / Packungen prüfen.
  • Wenn Material an der Kolbenstange antrocknet: zerlegen, reinigen – künftig unten im Hub stoppen.

Wartung (5 Punkte, die Standzeit bringen)

  • Spülen: Vor Farbwechsel, bevor Material eintrocknet, am Tagesende, vor Lagerung und vor Reparaturen – und dabei mit möglichst niedrigem Druck spülen.
  • Kompatibles Spülmedium: Spülflüssigkeit muss zu Material und benetzten Teilen passen.
  • Luftfilter: Kondensat ablassen und Filter bei Bedarf reinigen.
  • Tankmanagement: Mix-Tank nicht leer laufen lassen, sonst läuft die Pumpe zu schnell und kann ernsthaft beschädigt werden.
  • TSL/Ölertasse (Wet-Cup): Zustand/Level regelmäßig prüfen (mind. wöchentlich) und das Medium turnusmäßig wechseln.

FAQ (praxisnah)

Welche Luftdrücke sind in der Praxis sinnvoll?
Starten Sie niedrig (Orientierung an den Diagramm-Referenzen) und erhöhen Sie nur bis zum stabilen Betrieb. Entscheidend sind Material, Leitungswiderstände und gewünschter Durchsatz. Wichtig: den maximalen Lufteinlassdruck der jeweiligen Übersetzung nicht überschreiten.
Warum soll ich unten im Hub stoppen?
Wird im falschen Moment gestoppt, kann Material an der Kolbenstange antrocknen. Beim Neustart belastet das Dichtungen und kann zu frühzeitigem Verschleiß führen.
Was tun, wenn die Pumpe „zu schnell“ läuft?
Häufig ist der Tank leer oder der Zulauf eingeschränkt. Erst Materialversorgung sicherstellen, dann Engstellen (Filter/Leitung/Absperrungen) prüfen – erst danach Luftdruck nachführen.
Welche Anschlüsse hat die 17E223?
Die 17E223 ist als Ausführung mit NPT-Anschlüssen beschrieben. Für andere Anlagenumgebungen gibt es Varianten, z. B. Tri-Clamp (modellabhängig).
Welche Maximalwerte sollte ich auf dem Schirm haben?
Als Orientierung: max. Arbeitsdruck 32 bar, max. Förderleistung (2:1 / 1000 cm³) bis 53,5 L/min, max. Lufteinlassdruck (2:1) bis 12 bar und max. Temperatur 66 °C – immer im Kontext der Gesamtanlage.

Fazit

Die Graco President 4-Ball 17E223 spielt ihre Stärke aus, wenn Sie sie ruhig, sauber geprimt und ohne unnötige Hubzahl betreiben. Mit den Richtwerten, dem 6-Schritte-Workflow und einem konsequenten Spül-/Wartungsplan vermeiden Sie typische Ausfälle – und holen dauerhaft stabilen Durchsatz aus Ihrer Anlage heraus.