WIWA Niederdruckpumpen GX richtig wählen & einrichten
Dieser Guide zeigt dir praxisnah, wie du die passenden WIWA Low-Pressure Pumps GX für Lack, Wasser, Leim oder ISO-Material auswählst, sinnvoll einstellst (als Richtwerte) und im Alltag stabil betreibst – inkl. Workflow, Fehlerbehebung und Wartung.
Tipp: Für zähe Medien zählt nicht nur Druck – sondern vor allem ein stabiler Materialfluss und saubere Förderung.
Warum die GX Niederdruckpumpen im Alltag so beliebt sind
- Optimierter Materialfluss für leichteres Reinigen und stabilere Versorgung.
- Servicefreundlich durch gröbere Gewinde – Montage/Demontage geht deutlich entspannter.
- Große Materialventile: auch höherviskose Medien lassen sich leichter ansaugen.
- Federbelastete Packungen: wartungsfreundlich und auf Langlebigkeit ausgelegt.
- Für ISO-Anwendungen interessant: geschlossenes System über eine kapselbare Trennmittelkammer (vorteilhaft bei ISO-Materialien).
(Zusammenfassung aus Broschüre/Produktseite – Werte und Ausführungen können je nach Variante abweichen.)
Produktüberblick: GX-Modelle, Varianten & typische Einsätze
| Modell (Beispiel) | Output / 60 Zyklen | Druckübersetzung | Max. Betriebsdruck | Wann passt’s? |
|---|---|---|---|---|
| 72.03.7 Standard / ISO / Water / Glue |
4,33 l/min | 3,7:1 | 29,6 bar | Stabile Versorgung bei moderaten Drücken, z. B. Beschichtungs- und Förderaufgaben mit “ruhigem” Druckbedarf. |
| 72.07.6 Standard / ISO / Water / Glue |
4,33 l/min | 7,6:1 | 60,8 bar | Wenn du bei gleichem Volumen mehr Druckreserve brauchst (z. B. längere Leitungen, höherer Widerstand, zähere Medien). |
| 146.01.8 Standard / ISO / Water / Glue (kurz/lang) |
8,8 l/min | 1,8:1 | 14,4 bar | Wenn du mehr Durchsatz bei niedrigen Drücken brauchst (z. B. Versorgung, Umlauf, Medien mit geringerer Druckanforderung). |
- Standard: allgemeine Ausführung (kurz/lang möglich, je nach Modell).
- ISO: mit geschlossenem Packungs-/Dichtkonzept und speziellen Dichtungen – vorteilhaft bei isocyanathaltigen Medien.
- Water: Edelstahl/Sonderdichtungen, teils mit Doppelpistonen (auf wässrige Medien ausgelegt).
- Glue: für Kaltleim/Leimversorgung (z. B. Etikettier-/Dübelanwendungen).
Typische Medien: spritzfähige Lacke/Farben, wasserbasierte und lösemittelbasierte Beschichtungen, Öle/Fette, Trennmittel, Beizen, Klebstoffe/Leime, Plastisole, Dichtmassen, Bitumen, Epoxide, Unterbodenschutz, Dämm-/Dickschichtmedien sowie weitere hochviskose Medien (auch ISO/Isocyanate je nach Variante).
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Wähle die Variante passend zu Medium & Anwendung (Edelstahl/kurz/lang, ISO/Water/Glue). Bei Unsicherheit: lieber 1–2 Eckdaten (Medium, Viskosität, gewünschter Durchsatz, Leitungslänge) prüfen – dann ist die Auswahl treffsicher.
Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte aus Unterlagen abgeleitet)
Die folgenden Punkte sind Richtwerte, weil konkrete Anlagenparameter (Leitungslänge, Temperatur, Medium, Viskosität, Düsen/Verbraucher) stark variieren. Grundregel: nie über den max. Betriebsdruck des gewählten Modells gehen – und Druck nur so hoch wie nötig.
| Parameter | Richtwert | Warum |
|---|---|---|
| Materialdruck-Regelung | Regler so wählen/einstellen, dass die benötigte Arbeitsdruck-Spanne abgedeckt ist (z. B. Handregler 10–320 bar je nach Ausführung/Teilenummer). | Regler begrenzen den Ausgangsdruck, helfen bei schwankenden Eingangsdrucken und können Pulsation von Kolbenpumpen ausgleichen – für gleichmäßigeren Materialfluss. |
| Start “sanft” | Mit niedriger Druckluft-/Systemleistung starten, Material anfahren, dann schrittweise erhöhen bis Prozess stabil ist. | Verhindert unnötige Scherung, reduziert Risiko von Leckagen/Überdruck und macht das Entlüften leichter. |
| Temperatur/Viscosity-Hebel | Bei zähen Medien eher Heizoptionen prüfen (Folgeplatte/Schlauch) – z. B. Folgeplatte bis max. 85 °C (ausstattungsabhängig). | Stabilerer Durchfluss, weniger Kavitation/Unterbrechungen – häufig sauberer als “Druck hoch”. |
Profi-Workflow (5–7 Schritte)
- Medium & Variante festlegen: Standard vs. ISO/Water/Glue passend zu Material (Feuchteempfindlichkeit, Wasser, Kaltleim etc.).
- Modell nach Druck/Flow wählen: Durchsatz (l/min) und benötigte Druckreserve (bar) gegen max. Betriebsdruck abgleichen.
- Container-Setup stabil machen: Folgeplatte/-deckel passend zum Behälter wählen (O-Ring vs. Lipseal), Ziel: ruhige Ansaugung und gleichmäßiger Fluss.
- Regelung/Anzeige einplanen: Materialdruckregler einsetzen, damit der Ausgangsdruck nicht überschritten wird und der Fluss stabil bleibt.
- Sanft anfahren: Niedrig starten, entlüften, dann schrittweise erhöhen, bis am Verbraucher der gewünschte Auftrag stabil erreicht ist.
- Bei Zähigkeit: Temperatur statt Druck: Heizoptionen (Folgeplatte/Schlauch) nutzen, bevor du aggressiv hochregelst.
- Reinigung/Wartung als Routine: Kurze Reinigungs- und Checkpunkte fest im Schichtende verankern.
Fehlerbehebung (4 typische Probleme → Maßnahmen)
- Materialdruckregler richtig dimensionieren und sauber einstellen – er hilft, Druckspitzen zu begrenzen und Pulsation zu kompensieren.
- Leitungen/Verbraucher auf Engstellen prüfen (Filter, Ventile, Kupplungen).
- Temperatur/Viskosität stabilisieren (bei zähen Medien eher Heizoptionen prüfen).
- Ansaugung stabilisieren: Folgeplatte/-deckel passend zum Behälter, Dichtungen prüfen, Ziel ist konstanter Produktfluss (Kavitation vermeiden).
- Viskosität senken (Wärme) statt nur Druck erhöhen.
- Materialventile/Reinigung: Ablagerungen und eingetrocknete Reste sind Klassiker.
- ISO-Ausführung einsetzen (geschlossenes System/Trennmittelkammer-Konzept ist hier vorteilhaft).
- Feuchteeintrag minimieren: Behälter/Deckel dicht, kurze Standzeiten, saubere Abläufe.
- Wartung/Wechselintervalle für Dichtungen diszipliniert einhalten.
- Max. Betriebsdruck des Modells respektieren, danach systematisch abdichten (Anschlüsse, Dichtungen, Packungen).
- Montagezustand prüfen: servicefreundliche Gewinde helfen, aber korrektes Anziehen/Einsetzen ist entscheidend.
- Bei abrasiven/reaktiven Medien passende Regler-/Dichtungsvarianten wählen (Membran vs. Kolben je nach Material).
Wartung (5 Punkte, die wirklich zählen)
- Reinigung als Standardprozess: Der optimierte Materialfluss unterstützt die Reinigbarkeit – trotzdem konsequent spülen/sauber halten.
- Packungen/Dichtungen prüfen: Federbelastete Packungen sind robust, aber Verschleißkontrolle verhindert Stillstand.
- Materialdruckregler warten: Regler stabilisieren den Prozess und kompensieren Pulsation – sauberer Zustand = stabiler Auftrag.
- Ansaug-/Containertechnik checken: Folgeplatte/-deckel und Dichtungen dicht halten, um Kavitation und “Luftziehen” zu vermeiden.
- Heizoptionen sicher betreiben: Temperaturgrenzen beachten (z. B. Folgeplatte bis max. 85 °C je nach Ausführung) und Verkabelung/Regler prüfen.
FAQ (praxisrelevant)
Fazit
WIWA Niederdruckpumpen GX sind eine starke Lösung, wenn du Material zuverlässig fördern und deine Versorgung stabil halten willst – von Lack bis Leim, von Wasser bis ISO. Wenn du Modell (Druck/Flow) und Variante (Standard/ISO/Water/Glue) sauber trennst, mit Reglern stabilisierst und bei zähen Medien eher Temperatur/Ansaugung optimierst, bekommst du einen ruhigen Prozess mit hoher Alltagstauglichkeit.