WIWA DOSYS XL richtig einrichten – konstant mischen, großflächig beschichten
Dieser Guide zeigt Ihnen praxisnah, wie Sie die DOSYS XL für kontinuierliche 2K-Förderung und blasenfreies Mischen vorbereiten – inklusive Richtwerten, Workflow, Fehlerbehebung und Wartung.
Einleitung: Was Sie mit der DOSYS XL in der Praxis gewinnen
Wenn 2K-Materialien von Hand gemischt werden, schwankt das Ergebnis oft – je nach Tagesform, Anwender und Prozessdisziplin. Die DOSYS XL ist dafür ausgelegt, diese Streuung zu reduzieren: Sie wurde speziell für großflächige Industriebeschichtungen entwickelt, bei denen kontinuierliche Förderleistung zählt, und setzt auf blasenfreies Mischen bei konstantem Mischungsverhältnis.
Gleichzeitig sorgt die Entnahme aus großen und unterschiedlich dimensionierten Gebinden für einen wirtschaftlichen Materialfluss – ideal, wenn Stillstände und Nacharbeit teuer werden.
Produktüberblick: Varianten, Einsätze, Vorteile (Kurzvergleich)
| Variante / Best.-Nr. | Mischungsverhältnis (Beispiel) | Ausstoß pro Zyklus | Max. Betriebsdruck | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|---|
| DOSYS XL 0671751 | 1:1 (Beispielsystem) | 2106 cm³ | 208 bar | Großflächig, kontinuierlich, 2K Kleben/Dichten |
| DOSYS XL 0671752 | 1:1 (Beispielsystem) | 2106 cm³ | 270 bar | Höherer Druckbedarf bei zähen Materialien |
| DOSYS XL 0671758 | 5:1 (Beispielsystem) | 1263 cm³ | 192 bar | Andere Mischungsverhältnisse / Prozessfenster |
KPI-Boxen: Woran Sie “gute Einstellung” in 3 Punkten erkennen
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Wählen Sie die passende DOSYS XL-Variante – wir helfen Ihnen gern bei Mischungsverhältnis, Förderleistung und Zubehör.
Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte)
Die folgenden Werte sind Richtwerte aus typischen DOSYS XL-Beispielsystemen. Ihr tatsächlicher Bedarf hängt stark von Materialviskosität, Schlauchlängen, Temperatur und Werkzeug (z. B. Mischer/Düse) ab.
| Parameter | Richtwert / Startpunkt | Warum das hilft |
|---|---|---|
| Luft-Eingangsdruck | bis max. 8 bar | Grundlage für stabile Förderleistung (nicht über Maximalwert hinaus). |
| Ausstoß pro Zyklus | 1263–2106 cm³ (modellabhängig) | Dimensioniert Ihre Taktung / Durchsatzplanung. |
| Max. Betriebsdruck | ca. 192–270 bar (modellabhängig) | Relevant bei zähen Medien, langen Leitungen, restriktiven Mischern. |
| Druckregelung Material (optional) | z. B. Regelbereiche 10–320 bar / 20–250 bar / 25–275 bar (je nach Regler) | Hilft, Ausgangsdruck zu stabilisieren und Pulsation zu kompensieren. |
Profi-Workflow (5–7 Schritte) – so starten Sie sauber in die Produktion
- Variante & Mischungsverhältnis festlegen: Wählen Sie das Beispiel-Mischungsverhältnis (z. B. 1:1 oder 5:1) und die passende Best.-Nr. für Ihr Prozessfenster.
- Gebinde & Zuführung vorbereiten: Nutzen Sie Großgebinde/Fasszuführung, um Stillstände zu minimieren. Achten Sie auf saubere Ansaugwege und Dichtheit.
- Temperatur stabilisieren: Bei hochviskosen Medien: Folgeplatte/Heizung nutzen, bis ein gleichmäßiger Materialfluss entsteht (nicht “kalt anfahren”).
- Druckführung einstellen: Luftversorgung auf stabilen, reproduzierbaren Wert bringen (Start unterhalb der Max.-Grenzen). Optional Materialdruckregler einsetzen, um den Ausgangsdruck zu glätten.
- Materialwege entlüften/primen: Beide Komponenten separat sauber anfahren, bis keine Luftnester/Unterbrechungen mehr sichtbar sind.
- Testauftrag + Mischbild prüfen: Kurzer Probeauftrag (z. B. auf Testplatte) – Oberfläche und Reaktionsbild beurteilen. Dann erst Serienauftrag freigeben.
- Serienprozess sichern: Parameter dokumentieren (Druck/Temperatur/Materialcharge). Bei langen Schichten in festen Intervallen visuell prüfen.
Fehlerbehebung: 4 typische Probleme + schnelle Maßnahmen
- Priming/Entlüftung wiederholen, bis beide Komponenten absolut gleichmäßig laufen.
- Mischer/Leitungen auf Luftziehen prüfen (Dichtheit, Anschlüsse, Ansaugseite).
- Materialtemperatur stabilisieren (hochviskos = eher heizen als “mehr Druck”).
- Zuführung beider Komponenten prüfen (Füllstand, Ansaugung, Verstopfung, Rückschlag).
- Konfiguration/Mischungsverhältnis der Einheit verifizieren (Beispielsystem vs. Projektbedarf).
- Bei stark schwankender Viskosität Temperatur konstant halten (Charge/Umgebung).
- Ansaugseite prüfen: Kavitation vermeiden, Gebinde sauber entlüften/abdichten.
- Heizung/Folgeplatte nutzen, um Materialfluss zu verbessern (hochviskos).
- Filter/Mischer auf partielle Verstopfung prüfen und reinigen.
- Materialdruckregler einsetzen/korrekt dimensionieren, um Pulsation zu kompensieren.
- Schlauchführung schützen (keine Knicke, Mindestbiegeradien), Leitungslängen pragmatisch halten.
- Filterzustand prüfen (bei Teilverstopfung “pumpt” das System).
Wartung (5 Punkte) – damit die DOSYS XL konstant liefert
- Filterpflege: Filter regelmäßig prüfen/reinigen, um Durchsatz und Druckstabilität zu sichern.
- Dichtheit checken: Ansaug- und Druckseite auf Luftziehen/Leckage prüfen (häufige Ursache für Blasen).
- Mischer/Dispenser reinigen: Restriktionen vermeiden – sonst steigt Druckbedarf unnötig.
- Heizkomponenten prüfen: Folgeplatte/Heizkreise auf stabile Temperaturführung kontrollieren (hochviskose Medien profitieren stark).
- Parameter dokumentieren: “Best setup” je Material/Charge festhalten (Druck, Temperatur, Werkzeug, Schlauchlänge).
FAQ (praxisrelevant)
Fazit
Die WIWA DOSYS XL spielt ihre Stärke aus, wenn Sie großflächig und kontinuierlich verarbeiten müssen: konstantes Mischungsverhältnis, blasenfreies Mischen und stabiler Durchsatz reduzieren Nacharbeit und machen Ihren Prozess reproduzierbar. Starten Sie mit Richtwerten, sichern Sie Temperatur und Druckführung – und dokumentieren Sie Ihr “Best Setup” je Material.