Beratung +49 7545 933 9945

  Gratis DE-Versand ab 250 €

  14 Tage kostenloser Umtausch

  Marktführende Bestpreisgarantie

13.02.26

235158-wiwa_vulkan_gx_1920x1920

WIWA VULKAN GX einstellen: Richtwerte, Workflow & Fehlerbehebung (Praxis-Guide)

Praxis-Guide

WIWA VULKAN GX richtig einstellen – Richtwerte, Workflow & schnelle Fehlerbehebung

Wenn Dichtstoffe, Kleber oder hochviskose Medien sauber und reproduzierbar verarbeitet werden sollen, entscheidet die richtige Kombination aus Modellwahl, Druck-/Übersetzungsverhältnis, Materialführung und Temperierung. Die WIWA VULKAN GX Serie ist modular aufgebaut (insgesamt 19 Pumpen in 4 Leistungsklassen) und lässt sich dadurch sehr nah an Ihr Material und Ihren Prozess anpassen.

Was Sie in diesem Guide bekommen

  • Modell-Überblick als Tabelle (79.24, 79.45, 134.14, 134.26)
  • Empfohlene Grundeinstellungen als Richtwerte (druck-/materialabhängig)
  • Profi-Workflow (7 Schritte) + Troubleshooting + Wartung
WIWA VULKAN GX Schöpfkolbenpumpe

Produktüberblick: Varianten, Einsatz & Vorteile

Die VULKAN GX Pumpen sind für Fördern, Dosieren und Applizieren von zähflüssigen bis hochviskosen Materialien ausgelegt – z. B. Klebstoffe, Dichtmassen, Schmierstoffe oder pastöse Beschichtstoffe. Für stabile Ergebnisse ist es sinnvoll, Modell und Zubehör (z. B. Folgeplatte/Deckel, Fasspresse, Materialdruckregler, Heizung) als System zu betrachten.

Modell Druckübersetzung Output (pro 60 Zyklen) Max. Luft-Eingang Max. Betriebsdruck Hinweis
79.24 24:1 4,74 l/min 8 bar 192 bar Guter Einstieg für mittlere Drücke
79.45 45:1 4,74 l/min 8 bar 360 bar Für höhere Materialdrücke bei gleichem Durchsatz
134.14 14:1 8,04 l/min 8 bar 112 bar Mehr Durchsatz, niedrigere Drücke
134.26 26:1 8,04 l/min 8 bar 208 bar Balance aus Durchsatz & Druck

Hinweis: Die Tabelle basiert auf den technischen Beispieldaten der VULKAN GX Serie. In der Praxis beeinflussen Materialviskosität, Temperatur, Schlauchlängen, Filter und Düse/Applikator die real erreichbaren Werte.

KPI #1
14:1 bis 72:1
Druckübersetzungs-Bandbreite innerhalb der Serie – ideal zur Material-/Prozessanpassung.
KPI #2
4,7 bis 34,8 l/min
Typische Outputs (pro 60 Zyklen) – für Single-Station bis Mehrabnahme.
KPI #3
Folgeplatte & Heizung
Stabiler Materialfluss durch weniger Kavitation + bessere Förderfähigkeit bei hoher Viskosität.
Praxis-Tipp (schnell wirksam): Wenn das Material „ruckelt“, Luft zieht oder die Förderleistung schwankt: prüfen Sie zuerst, ob eine passende Folgeplatte/-deckel zum Behälter eingesetzt ist. Folgeplatten (O-Ring) sind für zylindrische Behälter mit definierter Innen-Ø geeignet; Folgedeckel (Lippendichtung) eher für konische Behälter. Das reduziert Lufteintrag, schützt das Material und hilft gegen Kavitation.

CTA: Passendes Modell direkt bestellen (max. 4 Buttons)

Sie wollen nicht lange vergleichen? Hier sind die 4 häufig nachgefragten Varianten auf Beschicht.com – jeweils Edelstahl (RS) für robuste, rost- und säurebeständige Anwendungen.

Empfohlene Grundeinstellungen (aus Daten abgeleitet – als Richtwerte)

Die folgenden Startwerte sind bewusst als Richtwerte formuliert. Grundlage sind die technischen Maximalwerte der Modelle (z. B. 8 bar Luft-Eingang und modellabhängige Maximal-Betriebsdrücke) sowie die im Systemkonzept genannten Mess-/Regelbausteine (Druck, Durchfluss, Temperatur). Ziel ist ein ruhiger, pulsationsarmer Materialfluss bei ausreichendem Arbeitsdruck – ohne unnötige Belastung von Dichtungen, Filtern und Schlauchpaketen.

Parameter Richtwert Start Warum Wann erhöhen?
Luft-Eingangsdruck 2–4 bar Schonender Pumpenstart; Sie arbeiten unterhalb der Maximalwerte (oft 8 bar) und tasten sich an den Bedarf heran. Wenn der Materialdruck/Volumenstrom nicht reicht oder das Medium bei niedriger Temperatur „steht“.
Arbeits-Materialdruck so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig Stabiler Auftrag ohne Überschwingen; Materialdruckregler helfen, Pulsation auszugleichen und Grenzen einzuhalten. Bei langen Schläuchen, Filtern, kleinen Austritten/Düsen oder höherer Viskosität.
Temperierung (Folgeplatte) 30–60 °C (Materialabhängig) Weniger Viskosität → weniger Druckbedarf; für 200-Liter-Fässer sind Folgeplatten bis max. 85 °C angegeben. Wenn der Durchsatz schwankt, die Pumpe „zäh“ läuft oder Sie Luft-/Kavitationseffekte sehen.
Monitoring Druck + Durchfluss + Temperatur Für reproduzierbare Qualität: Parameter sichtbar machen (z. B. Anzeige/Control-Box, Drucksensor/Manometer). Wenn Sie automatisieren, mehrere Abnahmestellen fahren oder enge Prozessfenster haben.

Wichtig: Maximalwerte (z. B. 8 bar Luft-Eingang und modellabhängige Maximal-Betriebsdrücke) sind technische Grenzen – nicht automatisch optimale Arbeitswerte.

Profi-Workflow (7 Schritte) – von Setup bis stabiler Produktion

  1. Material & Zielwerte definieren: gewünschter Auftrag/Volumenstrom, erwarteter Gegendruck, Temperaturfenster.
  2. Modell passend wählen: niedriger Druck/mehr Durchsatz (z. B. 134.14) vs. höherer Druck (z. B. 79.45) – anhand der Übersetzung und Maximaldrücke einordnen.
  3. Behälteranbindung korrekt machen: Folgeplatte/-deckel passend zum Behälter wählen, damit Material geschützt ist und Luft/Kavitation reduziert wird.
  4. Heizung nur wenn nötig aktivieren: Folgeplatte/Schläuche temperieren, bis das Material gleichmäßig fließt (bei 200-Liter-Fass Folgeplatte bis max. 85 °C als Obergrenze).
  5. Regelung aufbauen: Materialdruckregler einsetzen (Piston vs. Membran je nach Medium) und Druckbegrenzung/gleichmäßigen Fluss sicherstellen.
  6. Sanft anfahren: Luft-Eingangsdruck niedrig starten (z. B. 2–4 bar) und in kleinen Schritten erhöhen, bis Auftrag/Fluss stabil ist.
  7. Parameter „festnageln“: Druck, Durchfluss, Temperatur dokumentieren und bei Material-/Loswechseln als Referenz nutzen.

Fehlerbehebung: 4 typische Probleme & schnelle Maßnahmen

1) Pulsation / unruhiger Materialfluss
  • Materialdruckregler einsetzen bzw. korrekt einstellen (Regler helfen, Pulsation zu kompensieren).
  • Filterzustand prüfen; bei Bedarf auf Doppelfilter-Lösung auslegen, damit der Flow nicht abreißt.
  • Luftdruck nicht „hochreißen“ – in kleinen Schritten erhöhen.
2) Luft zieht / Kavitation / Förderleistung bricht ein
  • Folgeplatte/-deckel passend zum Behälter prüfen (O-Ring vs. Lippendichtung, Innen-Ø beachten).
  • Temperierung aktivieren (Folgeplatte/Schlauch), um Viskosität zu senken und gleichmäßigen Flow zu erreichen.
3) Zu wenig Druck am Applikator
  • Modell/Übersetzung prüfen: ggf. auf höheres Verhältnis wechseln (z. B. 79.45 statt 79.24), wenn Ihr Prozess hohen Gegendruck braucht.
  • Schlauchlängen, Filter und Austritt reduzieren/optimieren (Druckverluste summieren sich).
  • Material ggf. temperieren (weniger Viskosität = weniger Druckbedarf).
4) Material reagiert/ist feuchteempfindlich oder abrasiv
  • Beim Druckregler die passende Bauart wählen: Membran-Regler sind besonders für reaktive/feuchteempfindliche und abrasive Medien genannt.
  • Material vor Umwelteinfluss schützen (System geschlossen halten, passende Folgeplatte/-deckel nutzen).

Wartung: 5 Punkte, die Ausfälle verhindern

  • Filterpflege: Regelmäßig prüfen/wechseln – Filter schützen System und stabilisieren den Prozess.
  • Temperierung checken: Heizkomponenten (Folgeplatte/Schläuche) auf gleichmäßige Funktion prüfen, Kabel/Regler sichten.
  • Druck-/Messkette kalibrieren: Manometer/Sensoren plausibilisieren, damit Sie nicht „blind“ einstellen.
  • Behälterabdichtung: O-Ringe/Lippendichtungen der Folgeplatte/-deckel inspizieren, damit keine Luft gezogen wird.
  • Sauberkeit: PTFE-beschichtete Komponenten erleichtern Reinigung, weil weniger Material anhaftet – sinnvoll bei häufigen Wechseln.

FAQ (praxisrelevant)

1) Woran erkenne ich, ob ich 79.24 oder 79.45 brauche?
Wenn Sie bei gleichem Durchsatz mehr Materialdruck brauchen, ist die höhere Übersetzung (79.45) oft sinnvoll. 79.24 eignet sich, wenn mittlere Drücke reichen und Sie effizient arbeiten wollen.
2) Sind die Outputs „fix“?
Nein – technische Daten sind Anhaltswerte. Schlauchpakete, Filter, Applikator/Düse, Viskosität und Temperatur beeinflussen die reale Förderleistung deutlich.
3) Folgeplatte oder Folgedeckel – was ist besser?
Für zylindrische Behälter mit definierter Innen-Ø ist die Folgeplatte (O-Ring) passend; für konische Behälter eher der Folgedeckel (Lippendichtung). Ziel: Luft vermeiden, Material schützen, Flow stabilisieren.
4) Wann lohnt sich eine beheizte Folgeplatte?
Immer dann, wenn hohe Viskosität den Flow bremst oder Sie Druck/Belastung reduzieren möchten. Für 200-Liter-Fässer sind beheizte Folgeplatten bis max. 85 °C angegeben – die optimale Arbeitstemperatur ist materialabhängig.
5) Welcher Materialdruckregler ist der richtige?
Für selbstschmierende Medien (z. B. Fett/Öl, viele Silikone) werden pistonbasierte Regler genannt; für reaktive, feuchteempfindliche oder abrasive Medien eher Membran-Regler. Zusätzlich helfen Regler, Pulsation zu glätten und Druckgrenzen einzuhalten.

Fazit

Die WIWA VULKAN GX ist stark, weil sie modular ist: Modell (Übersetzung/Output), Behälterführung (Folgeplatte/-deckel), Regelung (Materialdruckregler) und Temperierung müssen zusammenspielen. Starten Sie mit konservativen Richtwerten, machen Sie Druck/Flow/Temperatur messbar – und stabilisieren Sie zuerst den Materialfluss, bevor Sie „mehr Druck“ geben. So erreichen Sie reproduzierbare Ergebnisse und reduzieren Stillstände.