WIWA VULKAN GX richtig einstellen – Richtwerte, Workflow & schnelle Fehlerbehebung
Wenn Dichtstoffe, Kleber oder hochviskose Medien sauber und reproduzierbar verarbeitet werden sollen, entscheidet die richtige Kombination aus Modellwahl, Druck-/Übersetzungsverhältnis, Materialführung und Temperierung. Die WIWA VULKAN GX Serie ist modular aufgebaut (insgesamt 19 Pumpen in 4 Leistungsklassen) und lässt sich dadurch sehr nah an Ihr Material und Ihren Prozess anpassen.
Was Sie in diesem Guide bekommen
- Modell-Überblick als Tabelle (79.24, 79.45, 134.14, 134.26)
- Empfohlene Grundeinstellungen als Richtwerte (druck-/materialabhängig)
- Profi-Workflow (7 Schritte) + Troubleshooting + Wartung
Produktüberblick: Varianten, Einsatz & Vorteile
Die VULKAN GX Pumpen sind für Fördern, Dosieren und Applizieren von zähflüssigen bis hochviskosen Materialien ausgelegt – z. B. Klebstoffe, Dichtmassen, Schmierstoffe oder pastöse Beschichtstoffe. Für stabile Ergebnisse ist es sinnvoll, Modell und Zubehör (z. B. Folgeplatte/Deckel, Fasspresse, Materialdruckregler, Heizung) als System zu betrachten.
| Modell | Druckübersetzung | Output (pro 60 Zyklen) | Max. Luft-Eingang | Max. Betriebsdruck | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|
| 79.24 | 24:1 | 4,74 l/min | 8 bar | 192 bar | Guter Einstieg für mittlere Drücke |
| 79.45 | 45:1 | 4,74 l/min | 8 bar | 360 bar | Für höhere Materialdrücke bei gleichem Durchsatz |
| 134.14 | 14:1 | 8,04 l/min | 8 bar | 112 bar | Mehr Durchsatz, niedrigere Drücke |
| 134.26 | 26:1 | 8,04 l/min | 8 bar | 208 bar | Balance aus Durchsatz & Druck |
Hinweis: Die Tabelle basiert auf den technischen Beispieldaten der VULKAN GX Serie. In der Praxis beeinflussen Materialviskosität, Temperatur, Schlauchlängen, Filter und Düse/Applikator die real erreichbaren Werte.
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Empfohlene Grundeinstellungen (aus Daten abgeleitet – als Richtwerte)
Die folgenden Startwerte sind bewusst als Richtwerte formuliert. Grundlage sind die technischen Maximalwerte der Modelle (z. B. 8 bar Luft-Eingang und modellabhängige Maximal-Betriebsdrücke) sowie die im Systemkonzept genannten Mess-/Regelbausteine (Druck, Durchfluss, Temperatur). Ziel ist ein ruhiger, pulsationsarmer Materialfluss bei ausreichendem Arbeitsdruck – ohne unnötige Belastung von Dichtungen, Filtern und Schlauchpaketen.
| Parameter | Richtwert Start | Warum | Wann erhöhen? |
|---|---|---|---|
| Luft-Eingangsdruck | 2–4 bar | Schonender Pumpenstart; Sie arbeiten unterhalb der Maximalwerte (oft 8 bar) und tasten sich an den Bedarf heran. | Wenn der Materialdruck/Volumenstrom nicht reicht oder das Medium bei niedriger Temperatur „steht“. |
| Arbeits-Materialdruck | so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig | Stabiler Auftrag ohne Überschwingen; Materialdruckregler helfen, Pulsation auszugleichen und Grenzen einzuhalten. | Bei langen Schläuchen, Filtern, kleinen Austritten/Düsen oder höherer Viskosität. |
| Temperierung (Folgeplatte) | 30–60 °C (Materialabhängig) | Weniger Viskosität → weniger Druckbedarf; für 200-Liter-Fässer sind Folgeplatten bis max. 85 °C angegeben. | Wenn der Durchsatz schwankt, die Pumpe „zäh“ läuft oder Sie Luft-/Kavitationseffekte sehen. |
| Monitoring | Druck + Durchfluss + Temperatur | Für reproduzierbare Qualität: Parameter sichtbar machen (z. B. Anzeige/Control-Box, Drucksensor/Manometer). | Wenn Sie automatisieren, mehrere Abnahmestellen fahren oder enge Prozessfenster haben. |
Wichtig: Maximalwerte (z. B. 8 bar Luft-Eingang und modellabhängige Maximal-Betriebsdrücke) sind technische Grenzen – nicht automatisch optimale Arbeitswerte.
Profi-Workflow (7 Schritte) – von Setup bis stabiler Produktion
- Material & Zielwerte definieren: gewünschter Auftrag/Volumenstrom, erwarteter Gegendruck, Temperaturfenster.
- Modell passend wählen: niedriger Druck/mehr Durchsatz (z. B. 134.14) vs. höherer Druck (z. B. 79.45) – anhand der Übersetzung und Maximaldrücke einordnen.
- Behälteranbindung korrekt machen: Folgeplatte/-deckel passend zum Behälter wählen, damit Material geschützt ist und Luft/Kavitation reduziert wird.
- Heizung nur wenn nötig aktivieren: Folgeplatte/Schläuche temperieren, bis das Material gleichmäßig fließt (bei 200-Liter-Fass Folgeplatte bis max. 85 °C als Obergrenze).
- Regelung aufbauen: Materialdruckregler einsetzen (Piston vs. Membran je nach Medium) und Druckbegrenzung/gleichmäßigen Fluss sicherstellen.
- Sanft anfahren: Luft-Eingangsdruck niedrig starten (z. B. 2–4 bar) und in kleinen Schritten erhöhen, bis Auftrag/Fluss stabil ist.
- Parameter „festnageln“: Druck, Durchfluss, Temperatur dokumentieren und bei Material-/Loswechseln als Referenz nutzen.
Fehlerbehebung: 4 typische Probleme & schnelle Maßnahmen
- Materialdruckregler einsetzen bzw. korrekt einstellen (Regler helfen, Pulsation zu kompensieren).
- Filterzustand prüfen; bei Bedarf auf Doppelfilter-Lösung auslegen, damit der Flow nicht abreißt.
- Luftdruck nicht „hochreißen“ – in kleinen Schritten erhöhen.
- Folgeplatte/-deckel passend zum Behälter prüfen (O-Ring vs. Lippendichtung, Innen-Ø beachten).
- Temperierung aktivieren (Folgeplatte/Schlauch), um Viskosität zu senken und gleichmäßigen Flow zu erreichen.
- Modell/Übersetzung prüfen: ggf. auf höheres Verhältnis wechseln (z. B. 79.45 statt 79.24), wenn Ihr Prozess hohen Gegendruck braucht.
- Schlauchlängen, Filter und Austritt reduzieren/optimieren (Druckverluste summieren sich).
- Material ggf. temperieren (weniger Viskosität = weniger Druckbedarf).
- Beim Druckregler die passende Bauart wählen: Membran-Regler sind besonders für reaktive/feuchteempfindliche und abrasive Medien genannt.
- Material vor Umwelteinfluss schützen (System geschlossen halten, passende Folgeplatte/-deckel nutzen).
Wartung: 5 Punkte, die Ausfälle verhindern
- Filterpflege: Regelmäßig prüfen/wechseln – Filter schützen System und stabilisieren den Prozess.
- Temperierung checken: Heizkomponenten (Folgeplatte/Schläuche) auf gleichmäßige Funktion prüfen, Kabel/Regler sichten.
- Druck-/Messkette kalibrieren: Manometer/Sensoren plausibilisieren, damit Sie nicht „blind“ einstellen.
- Behälterabdichtung: O-Ringe/Lippendichtungen der Folgeplatte/-deckel inspizieren, damit keine Luft gezogen wird.
- Sauberkeit: PTFE-beschichtete Komponenten erleichtern Reinigung, weil weniger Material anhaftet – sinnvoll bei häufigen Wechseln.
FAQ (praxisrelevant)
Fazit
Die WIWA VULKAN GX ist stark, weil sie modular ist: Modell (Übersetzung/Output), Behälterführung (Folgeplatte/-deckel), Regelung (Materialdruckregler) und Temperierung müssen zusammenspielen. Starten Sie mit konservativen Richtwerten, machen Sie Druck/Flow/Temperatur messbar – und stabilisieren Sie zuerst den Materialfluss, bevor Sie „mehr Druck“ geben. So erreichen Sie reproduzierbare Ergebnisse und reduzieren Stillstände.