WIWA INJECT HD 3: Sicher injizieren & verpressen – in der Praxis
Die WIWA INJECT HD 3 ist ein kompaktes, pneumatisches 1K-Injektionsgerät für das Injizieren und Verpressen niedrigviskoser Epoxy- oder Polyurethanharze. Dieser Guide hilft dir, das Gerät sauber aufzubauen, sinnvoll einzustellen (als Richtwerte), typische Fehler schnell zu lösen und die Anlage langfristig zuverlässig zu betreiben.
Produktabbildung: WIWA INJECT HD 3 (Shop-Asset)
Produktüberblick: WIWA INJECT HD-Serie (Einordnung)
Die HD-Serie umfasst mehrere 1K-Geräte. Für HD 1–3 wird eine pneumatische PROFIT-Kolbenpumpe beschrieben, mit Fokus auf portablem Arbeiten, geringer wahrnehmbarer Pulsation und wartungsfreundlichem Aufbau. Die HD 3 ist dabei die kompakte Option mit erhöhter Fördermenge gegenüber HD 1/2.
| Modell | Fördermenge / Zyklus | Druckübersetzung | Max. Luft-Eingang | Max. Betriebsdruck | Materialbehälter |
|---|---|---|---|---|---|
| HD 1 | 14 cm³ | 33:1 | 8 bar | 264 bar | 1,5 l |
| HD 2 | 14 cm³ | 33:1 | 8 bar | 264 bar | 6 l |
| HD 3 | 27 cm³ | 33:1 | 8 bar | 264 bar | 1,5 l |
| HD 4/5 | 43–72 cm³ | 30–32:1 | 8 bar | 240–256 bar | DAS / 6 l / ASL (je nach Version) |
Hinweis: Werte zusammengefasst aus der WIWA Injektion/Building-Protection Broschüre (HD-Serie Übersicht & Daten).
Empfohlene Grundeinstellungen (als Richtwerte)
Die Broschüre nennt keine „fixen“ Baustellen-Setpoints, aber klare technische Grenzen und sinnvolle Stellgrößen. Daher gelten die folgenden Punkte als Richtwerte (material-, temperatur- und bauteilabhängig):
- Luftversorgung: Druck über den Druckluftregler fein dosieren – nie über 8 bar Luft-Eingang.
- Druckaufbau: Injektionsdruck ist stufenlos einstellbar; steigere schrittweise, bis Material sauber einspritzt (nicht „auf Verdacht“ maximal).
- Material/Harz: Für die HD-Geräte werden niedrigviskose Epoxy- oder PU-Harze als typische Materialien genannt.
- Sicherheit: Nutze Sicherheitsventil und kontrolliere Druckverläufe (bei Bedarf über Manometer/Arbeitsweise).
- Schlauch & Anschluss: Hochdruck-Materialschlauch (typisch 7,5 m) und Injektionslanze mit 4-Klauen-Kupplung sauber, dicht und spannungsfrei verlegen.
Profi-Workflow: 6 Schritte von Aufbau bis Abschluss
- Arbeitsplatz & Ziel klären: Injektionsmethode passend wählen (z. B. Rissinjektion, Hohlraumfüllung, nachträgliche Horizontalsperre).
- Gerät aufbauen: Druckluftregler, Sicherheitsventil, Hochdruckschlauch und Injektionslanze montieren; Kupplungen prüfen.
- Material vorbereiten: Harz nach Herstellervorgabe konditionieren (Temperatur/Topfzeit beachten), in den Behälter/Fördertrichter füllen.
- Anschließen & anfahren: Mit niedriger Luftzufuhr starten, Materialfluss stabilisieren; dann an Packer/Injektionspunkt ankoppeln (4-Klauen-System).
- Injizieren / verpressen: Druck stufenlos nur so weit erhöhen, bis das Harz sauber läuft. Fortschritt beobachten (die langsame Hubbewegung hilft beim „Mitlesen“ des Prozesses).
- Druck entlasten & Abschluss: Injektionspunkt beenden, System entlasten, Kupplung lösen. Anschließend reinigen/konservieren (Trenn-/Lösemittel gemäß Materialvorgabe).
Fehlerbehebung: 4 typische Probleme (mit Sofortmaßnahmen)
- Luftversorgung prüfen: Regler korrekt eingestellt, Kupplungen dicht, Luftversorgung stabil.
- Materialzufuhr prüfen: Behälterfüllstand, Ansaug-/Zuführweg frei, keine Lufteinträge.
- Anschluss prüfen: 4-Klauen-Kupplung vollständig verriegelt, Schlauch nicht geknickt.
- Druck langsam reduzieren und neu anfahren (stufenlos regelbar).
- Packer/Bohrung prüfen: Sitz, Durchgang, möglicher „Verschluss“ am Injektionspunkt.
- Material prüfen: Topfzeit/Temperatur; bei zu schneller Reaktion Arbeitsweise anpassen.
- Sofort entlasten (Sicherheits-/Entlastungsfunktion nutzen) und dann abdichten/neu verbinden.
- Dichtflächen/Seals prüfen, verschmutzte Kupplungen reinigen.
- Schlauchführung spannungsfrei verlegen, Scheuerstellen vermeiden.
- Arbeitsablauf straffen: Material nur in benötigter Menge ansetzen (Materialhersteller-Vorgaben beachten).
- Nach Jobende zeitnah spülen/konservieren (Trenn-/Reinigungsmittel entsprechend Material).
- Auf wartungsfreundlichen Aufbau setzen: Verschraubungen/Komponenten regelmäßig kontrollieren.
Wartung (5 Punkte für dauerhaft zuverlässigen Betrieb)
- Schmierung/Schutz: Schmier-/Trennmittel sinnvoll nutzen; die Bauweise mit geschlossener Schmierkammer schützt Dichtungen und Kolbenstange.
- Dichtungen & Packungen: Auf Dichtheit achten (gerade an Kupplung, Lanze, Schlauch); Verschleißteile frühzeitig tauschen.
- Materialwege sauber halten: Nach Einsätzen reinigen, damit keine Rückstände aushärten und Querschnitte verengen.
- Druckluftseite prüfen: Regler/Fittings dicht, Luft sauber und trocken (konstante Regelbarkeit).
- Rahmen/Handling: Gerät standsicher transportieren; Schläuche und Lanze geschützt lagern (Knicke/Schlag vermeiden).
FAQ zur WIWA INJECT HD 3 (praxisnah)
CTA: Jetzt passend ausrüsten (max. 2 Buttons)
Wenn du die HD 3 regelmäßig einsetzt, lohnt sich eine saubere, komplette Ausstattung (Regler, Schlauch, Lanze/Kupplung, passende Verschleiß- und Zubehörteile). Hier findest du das Gerät direkt im Shop:
Fazit
Die WIWA INJECT HD 3 ist eine kompakte, robuste Lösung für das Injizieren und Verpressen niedrigviskoser 1K-Harze. Mit kontrolliertem Druckaufbau (stufenlos) und sauberem Zubehör-Setup (Regler, Schlauch, 4-Klauen-Kupplung/Lanze) erreichst du reproduzierbare Ergebnisse, reduzierst Stillstände – und hast typische Fehlerquellen schnell im Griff.