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03.02.26

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WIWA DUOMIX PU 540 & PU HX: Praxis-Guide für Polyurea & PU-Schaum (2K)

Praxis-Guide

WIWA DUOMIX PU 540 & PU HX: 2K-Anlagen für Polyurea & PU-Schaum richtig auswählen und sauber einrichten

Wenn Sie Polyurea oder Polyurethan-Schäume verarbeiten, entscheidet die Anlage über Takt, Prozesssicherheit und Nacharbeit. In diesem Guide vergleichen wir WIWA DUOMIX PU 540 (pneumatisch) und WIWA DUOMIX PU HX (hydraulisch), zeigen Richtwerte für die Grundeinrichtung und geben einen klaren Workflow für die Praxis.

So sieht’s in der Praxis aus

Hohe Auftragsraten & schnelle Reaktionszeiten profitieren von klaren Parametern und einem sauberen Start-Setup.

WIWA DUOMIX 540 Polyurea Anwendung

Produktüberblick: Varianten, Einsätze, Vorteile

Modell Antrieb / Charakter Typische Einsätze Praxis-Vorteile
DUOMIX PU 540 Pneumatisch, kompakt & mobil PU-Schaum & schnell reagierende Polyurea-Systeme Hohe Auftragsrate, schonende/effiziente Materialerwärmung, Mischungsverhältnisse schnell anpassbar
DUOMIX PU HX Hydraulisch, sehr leise & pulsationsarm PU-Schaum & schnell reagierende Polyurea-Systeme Komfortables Arbeiten ohne Pulsation, Energiesparmodus serienmäßig, für hohe Auftragsraten ausgelegt

Hinweis: Mischungsverhältnisse sind standardmäßig 1:1; beim PU 540 sind weitere Mischungsverhältnisse auf Anfrage möglich.

KPI 1
264 cm³ / DS
Ausstoß pro Doppelhub (PU 540) – stark für hohe Auftragsraten.
KPI 2
bis 250 bar
Max. Betriebsdruck (je nach Modell bis 247/250 bar) für anspruchsvolle Systeme.
KPI 3
138 m
Max. Schlauchlänge (PU 540 & PU HX) – relevant für Baustellen-Logistik.
Praxis-Tipp: Wenn Sie häufig zwischen Materialsystemen wechseln, planen Sie die Anlage so, dass Schlauchpaket, Heizung und Misch-/Dosierkomponenten schnell auf das jeweilige Material umgestellt werden können. Beim PU 540 ist die Realisierung von 200+ Mischungsverhältnissen grundsätzlich möglich – die konkrete Auswahl muss jedoch immer zum Materialspezifikationsblatt passen.

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Empfohlene Grundeinstellungen (als Richtwerte)

Die folgenden Werte sind Richtwerte aus den Gerätespezifikationen. Für die reale Applikation gilt: Temperatur, Druck und Materialführung immer anhand der Materialdatenblätter und Ihrer Prozessanforderung validieren.

DUOMIX PU 540 (pneumatisch)
  • Mischungsverhältnis: 1:1 (weitere Mischungsverhältnisse auf Anfrage)
  • Druckluftzulauf: bis 8 bar
  • Max. Betriebsdruck: 247 bar
  • Materialfluss-Heizung: 12 kW
  • Schlauchheizung: 47 W/m, Schlauchlänge max. 138 m
  • Versorgung: 230–400 V / 3 Phasen, max. Leistungsaufnahme 18,5 kW
DUOMIX PU HX (hydraulisch)
  • Mischungsverhältnis: 1:1
  • Druckluftzulauf: bis 8 bar
  • Max. Betriebsdruck: 250 bar
  • Materialfluss-Heizung: 12 kW
  • Schlauchheizung: 47 W/m, Schlauchlänge max. 138 m
  • Hydraulik-Heizleistung: 4 kW
  • Versorgung: 230–400 V / 3 Phasen, max. Leistungsaufnahme 23 kW

Profi-Workflow (5–7 Schritte)

  1. Materialcheck: System (Polyurea/PU-Schaum) + Topfzeit + Hersteller-Vorgaben prüfen (Temperatur, Mischverhältnis, Druckfenster).
  2. Anlage vorbereiten: Komponenten A/B korrekt anschließen, Schlauchpaket wählen (Länge innerhalb der Spezifikation) und Heizung aktivieren.
  3. Richtwerte setzen: 1:1-Setup prüfen, Druckluftzulauf bis zur Spezifikation einstellen, Heizung auf Verarbeitungstemperatur des Materials regeln.
  4. Testauftrag: Spritzbild, Reaktion und Oberflächenbild auf Musterfläche validieren; bei Bedarf Misch-/Dosierkomponenten passend wählen.
  5. Produktion: In gleichmäßigen Bahnen arbeiten; Parameter stabil halten und Veränderungen dokumentieren (z. B. über Datalogger).
  6. Qualität sichern: Prozesswerte/Alarme nachvollziehen, Abweichungen sofort korrigieren.
  7. Abschalten & sichern: Anlage druckentlasten, Komponenten nach Herstellervorgabe sichern und Verschleißteile prüfen.

Fehlerbehebung: 4 typische Probleme (mit Maßnahmen)

1) Unsauberes Mischbild / ungleichmäßige Reaktion
  • Misch-/Dosierkomponenten und Mischkammer passend zum Material wählen und korrekt montieren.
  • Sieb/Filterzustand prüfen (z. B. Material-Sieb am PU GUN-Setup) und bei Bedarf reinigen/tauschen.
  • Richtwerte für Druck/Temperatur anhand Materialdatenblatt nachjustieren.
2) Druck instabil / Leistung schwankt
  • Druckluftversorgung bis zur Spezifikation sicherstellen (Leitung, Regler, Luftqualität).
  • Schlauchpaket-Layout prüfen (Knicke, unnötige Länge) – innerhalb der zulässigen Schlauchlänge bleiben.
  • Bei HX: Systemstatus/Energiesparmodus beachten, wenn Lasten automatisch geschaltet werden.
3) Material zu zäh / schlechte Benetzung
  • Heizleistung aktiv nutzen (Materialfluss-Heizung und Schlauchheizung) und auf Material-Sollwerte einstellen.
  • Verarbeitungsfenster des Materials prüfen (Temperatur des Gebindes, Untergrund, Umgebung).
  • Testauftrag wiederholen und Düsenset/Mischkammer-Auswahl anpassen.
4) Hoher Verschleiß / häufige Unterbrechungen
  • Auf gleichmäßigen Materialfluss achten; die Geräte sind auf verbesserten Flow und reduzierten Verschleiß ausgelegt – in der Praxis hilft saubere Materialführung.
  • Verschleißteile (Mischkammern, Düsen) planmäßig prüfen und wechseln.
  • Parameterhistorie/Alarme auslesen (Datalogger) und wiederkehrende Muster abstellen.

Wartung (5 Punkte)

  • PU GUN 4040: Mischkammer & Düsen regelmäßig prüfen/tauschen; Sieb (60 mesh) sauber halten.
  • Schmierung: Regelmäßig schmieren (passendes Service-Werkzeug/Grease-Setup nutzen).
  • Schlauchpaket: Schlauchheizung/Funktion prüfen, Verbindungen kontrollieren, Biegeradien einhalten.
  • Heizung: Materialfluss-Heizung auf stabile Regelung prüfen, Auffälligkeiten dokumentieren.
  • Qualität/Tracking: Prozessparameter und Alarmhistorie (Datalogger) auslesen und für QM ablegen.

FAQ (praxisrelevant)

1) Welche Anlage passt besser: PU 540 oder PU HX?
PU 540 ist pneumatisch, kompakt und auf hohe Auftragsraten ausgelegt. PU HX ergänzt die Serie hydraulisch, arbeitet sehr leise und ohne Pulsation und hat serienmäßig einen Energiesparmodus.
2) Kann ich andere Mischungsverhältnisse als 1:1 fahren?
Standard ist 1:1. Beim DUOMIX PU 540 sind andere Mischungsverhältnisse grundsätzlich auf Anfrage möglich – die Auswahl muss zum Materialsystem und Ihrer Prozessfreigabe passen.
3) Wie lang darf mein Schlauchpaket sein?
Beide Geräte sind für Schlauchlängen bis 138 m spezifiziert. In der Praxis: so kurz wie möglich, so lang wie nötig – und sauber verlegt.
4) Was bringt der WIWA DATALOGGER im Alltag?
Er unterstützt QM, weil Prozessparameter, Sollwerte und Alarmhistorie ausgelesen und gespeichert werden können (z. B. per Wi-Fi auf Smartphone/Tablet/PC).
5) Was ist das Besondere an der PU GUN 4040?
Die Komponenten treffen nach dem Gegenstromprinzip erst unmittelbar vor dem Austritt in der Mischkammer zusammen (bis 250 bar). Durch Tausch der Mischkammer lässt sich der Materialausstoß anpassen; die Pistole kann mit Rund- und Flachstrahldüsen betrieben werden.

Fazit

Wenn Sie hohe Flächenleistung brauchen, ist der DUOMIX PU 540 als pneumatische, kompakte Lösung ein starker Kandidat. Für besonders ruhiges, pulsationsarmes Arbeiten und Energie-Management punktet der DUOMIX PU HX. Entscheidend sind saubere Richtwerte, ein reproduzierbarer Workflow und konsequente Wartung – dann wird aus „2K“ ein stabiler Prozess.