Sagola 4600 Digital (bar) richtig einstellen – für Basecoat & Profi-Finish
Wenn Metallics „streifig“ werden, Überlappungen sichtbar bleiben oder du zu viel Overspray hast, liegt es selten am Lack – meist an Druck, Düse/Aircap, Abstand und dem Ablauf. In diesem Guide bekommst du klare Richtwerte aus Hersteller-Unterlagen und eine praxistaugliche Schritt-für-Schritt-Routine, damit du schneller zum sauberen Finish kommst.
Kurz erklärt: Was macht die 4600 Digital (bar) besonders?
- Dynamic Flow Technology (DFT™): präzise Zerstäubung auch bei niedrigeren Arbeitsdrücken – für saubere Überlappungen und weniger typische Basislack-Fehlerbilder.
- Metal-to-Metal (M2M™): weniger Dichtungen/Verschleißteile – erleichtert Pflege und senkt laufende Kosten.
- Digital-Manometer (bar): du stellst den Druck reproduzierbar am Abzug ein – hilfreich bei konstanten Ergebnissen über mehrere Jobs.
Produktüberblick: Varianten, Einsätze, Vorteile (auf einen Blick)
| Variante / Aircap | Düsensätze (Tip+Needle) | Typische Anwendung | Praxis-Vorteil |
|---|---|---|---|
| DVR BASE (Base) | 1.20 / 1.20XL / 1.30 / 1.30XL / 1.40 | Wasserbasis & lösemittelbasierte Basislacke (je nach Düse) | Saubere Farbangleichung & gleichmäßige Verteilung |
| DVR HVLP | 1.20 / 1.20XL / 1.30 / 1.30XL / 1.40 | Basislack mit Fokus auf Overspray-Reduktion | Hohe Transfer-Effizienz – sinnvoll bei „nebligen“ Kabinenbedingungen |
| DVR CLEAR | 1.20 / 1.20XL / 1.30 / 1.30XL / 1.40 | Klarlacke & Uni (je nach Viskosität) | Feine Zerstäubung und zügiger Auftrag |
| DVR CLEAR PRO | 1.20 / 1.20XL / 1.30 / 1.30XL / 1.40 | High-Gloss Klarlack/Uni (Premium Finish) | Maximale Kontrolle für spiegelnde Oberflächen |
Hinweis: Die oben genannten Kombinationen sind Hersteller-Empfehlungen (Aircap ↔ Düse ↔ Materialtyp). In der Praxis entscheidet zusätzlich deine Lacklinie (Viskosität/Temp./Kabine).
Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte – bitte an Lack & Kabine anpassen)
| Parameter | Richtwert | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Arbeitsdruck (allgemein) | ca. 1.4–2.2 bar | Zu viel Druck = mehr Overspray & trockener Auftrag; zu wenig = schlechter Verlauf/Atomisierung. |
| HVLP-Referenz | ca. 1.8 bar (nicht überschreiten bei HVLP) | Herstellerhinweis: zu hoher HVLP-Druck erhöht Overspray und senkt Transfer. |
| Werkseinstellung (Startpunkt) | ca. 2.0 bar Eingangsdruck | Guter Startpunkt, von dem aus du über Testbild feinjustierst. |
| Spritzabstand | EPA: 15–20 cm · HVLP: 12–15 cm | Abstand beeinflusst Nassheit, Wolkenbildung und Überlappungsbild. |
Wichtig: Diese Werte sind Richtwerte. Stell final immer über ein kurzes Testbild ein (Fächerbild + Benetzung + Verlauf) und passe Viskosität/Materialtemperatur entsprechend deiner Lackvorgaben an.
Profi-Workflow (5–7 Schritte) – so stellst du die Pistole „in 3 Minuten“ sauber ein
- Saubere Luft sicherstellen: trockene, öl- und silikonfreie Druckluft + passender Schlauchquerschnitt. (Konstanz schlägt „mehr Druck“.)
- Regler als Startpunkt öffnen: Spritzbreite und Materialregler zunächst vollständig öffnen (Start-Baseline).
- Druck am Abzug einstellen: Abzug auf 1. Stufe ziehen und am Flow-Regler auf deinen Startwert einstellen (z. B. nahe Werkseinstellung) – dann in kleinen Schritten justieren.
- Aircap ausrichten: Hörner/Bohrungen so drehen, dass das Spritzbild zur Fläche passt (horizontal/vertikal).
- Testbild (30 Sekunden): 1–2 Bahnen auf Karte: Fächer gleichmäßig? Kanten nicht trocken? Nebelbild ok? Dann erst weiter.
- Materialmenge fein setzen: Wenn zu trocken → Druck leicht runter oder Material leicht auf / Viskosität prüfen. Wenn zu nass → Material runter oder Tempo erhöhen.
- Konstant applizieren: Gleichmäßige Geschwindigkeit, reproduzierbarer Abstand und saubere Überlappung – das ist bei Effektlacken der Gamechanger.
Fehlerbehebung (4 häufige Probleme + Sofortmaßnahmen)
- Druck in kleinen Schritten reduzieren (bessere Finishes kommen laut Hersteller nicht durch „mehr Druck“).
- Abstand prüfen: zu weit = trockener Auftrag → näher an Richtwert.
- Aircap/Variante passend zum Material wählen (BASE vs HVLP vs CLEAR).
- Materialmenge reduzieren oder Applikationsgeschwindigkeit erhöhen.
- Viskosität prüfen (zu dünn + zu viel Material = Läufer).
- Druck zur Materialmenge passend einstellen (nicht „gegen“ den Läufer hochdrücken).
- Überlappung ruhiger und gleichmäßiger – Geschwindigkeit konstant halten.
- Testbild machen und Fächerstabilität prüfen; Aircap/Setup ggf. auf BASE-Empfehlung zurückführen.
- Druck nicht übersteuern: lieber sauberer Ablauf + richtiger Abstand.
- Düse/Aircap reinigen (Verschmutzung ist eine der häufigsten Ursachen).
- Druck & Materialmenge neu aufeinander abstimmen.
- Wenn nötig: Aircap drehen/prüfen, ob Blockaden/Dellen vorliegen.
Wartung (5 Punkte, die sich wirklich lohnen)
- Nach dem Job konsequent reinigen: Aircap, Düse, Materialkanal – bevor Rückstände aushärten.
- Leicht schmieren/lubrizieren, wo vorgesehen (ruhiger Abzug, weniger Verschleiß).
- Produktfilter im Blick behalten (bei nachlassendem Durchfluss reinigen/ersetzen).
- Digital-Manometer: Batterie als Standard-Ersatzteil einplanen (damit Druckwerte reproduzierbar bleiben).
- Vor jedem Einsatz Kurzcheck: alles fest, nichts undicht, Aircap-Bohrungen frei.
FAQ (praxisrelevant)
Für Basislack sind 1.20 / 1.20XL (Waterborne) sowie 1.30 / 1.30XL / 1.40 (Solvent) als Optionen im Hersteller-Setup genannt. Entscheidend ist deine Lackviskosität und dein Tempo.
Schlauchlänge, Kupplungen und Filter erzeugen Druckverlust. Stell den Arbeitsdruck deshalb am Abzug ein und gleiche das Setup (Schlauch, Regler, Kupplungen) über alle Plätze an.
Beim HVLP-Setup wird ausdrücklich darauf hingewiesen, die maximale Einlass-Druckgrenze einzuhalten, da Überdruck Overspray erhöht und Transfer reduziert. Wenn es nicht passt: Materialmenge/Viskosität/Düse prüfen.
Aircap sauber halten, passend zur Anwendung wählen und Druck/Materialmenge im Testbild „paaren“. Danach konstanten Abstand und gleichmäßige Geschwindigkeit fahren.
Nimm die Werk-Referenz als Start, stelle am Abzug ein, mache ein kurzes Testbild und korrigiere in kleinen Schritten. Ziel ist: gleichmäßiger Fächer, saubere Benetzung, wenig Nebel.
Jetzt die passende Sagola 4600 Digital (bar) wählen
Du willst direkt loslegen? Hier sind die meistgewählten Düsengrößen für Base-Anwendungen. (Wenn du unsicher bist: 1.30 ist oft der universelle Startpunkt – final entscheidet deine Lacklinie.)
Fazit
Mit der Sagola 4600 Digital (bar) bekommst du ein Setup, das auf reproduzierbare Ergebnisse ausgelegt ist: Druck am Abzug kontrollieren, passende Aircap/Düse wählen und konsequent mit Testbild + konstantem Abstand arbeiten. Wenn du das einmal sauber standardisiert hast, verschwinden viele typische Fehlerbilder (Wolken, Streifen, unnötiger Nebel) fast „von allein“ – und deine Finish-Qualität wird planbar.