Sagola 3600 XPT richtig einstellen: Druck, Abstand & Workflow für Top-Finish
Wenn die Zerstäubung nicht „sitzt“, liegt es fast nie an „zu wenig Power“, sondern an der Kombination aus Luftkappe, Arbeitsdruck, Materialmenge und Spritzabstand. In diesem Guide bekommst du praxisnahe Richtwerte (aus Handbuch/Herstellerangaben) plus einen Profi-Workflow – damit Klarlack glänzt, Basis gleichmäßig liegt und Overspray sinkt.
Produktüberblick: Varianten, Einsatz & Kennwerte (Richtwerte)
Die 3600 XPT arbeitet mit dedizierten XPT-Luftkappen für unterschiedliche Materialien (CLEAR/BASE/HVLP) – Ziel: optimierte Zerstäubung und ein kontrolliertes Fächerbild. Werte unten sind Richtwerte und abhängig von Material, Temperatur, Viskosität und Setup.
| Variante | Typischer Einsatz | Arbeitsdruck (Richtwert) | Spritzabstand (Richtwert) | Luftverbrauch (Richtwert) |
|---|---|---|---|---|
| XPT CLEAR | Klarlack / Finish-orientierte Beschichtungen | ca. 2,0 bar im empfohlenen Fenster 1,4–2,2 bar | EPA: 15–20 cm | ca. 285 L/min |
| XPT BASE | Basislack / kontrollierter, gleichmäßiger Auftrag | ca. 2,0 bar im empfohlenen Fenster 1,4–2,2 bar | EPA: 15–20 cm | ca. 285 L/min |
| XPT HVLP | HVLP-Setup (Transfer-Effizienz, Overspray senken) | 1,8 bar (HVLP-Richtwert; nicht „hochdrehen“) | HVLP: 12–15 cm | ca. 360 L/min |
Hinweis: Maximaler Eingangsdruck liegt bei 4 bar. Für die 3600 XPT sind u. a. Düsensätze Ø 1.20 / 1.30 / 1.40 beschrieben. (Richtwerte aus Handbuch)
So sieht die Sagola 3600 XPT aus
Die 3600 XPT ist für verdünnte Beschichtungsstoffe (z. B. Lacke/Klarlacke) konzipiert und arbeitet über Abzug-Stufen: erst Luft, dann Material – ideal, um den Start sauber zu kontrollieren.
Profi-Faustregel: erst Musterbild stabilisieren (Druck + Fächer), dann Materialmenge feinziehen – nicht umgekehrt.
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Wähle die Variante passend zu deinem Material (Klarlack/Basis/HVLP) – und richte danach Druck & Abstand ein.
Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte aus Handbuch)
- Allgemeines Arbeitsfenster: 1,4–2,2 bar
- HVLP-Richtwert: 1,8 bar
- Maximaler Eingangsdruck: 4 bar (nicht überschreiten)
- EPA: 15–20 cm
- HVLP: 12–15 cm
- Je näher, desto mehr Nassauftrag – kontrolliert arbeiten
- Strahlregulierung & Produktregler zunächst vollständig öffnen (ohne zu demontieren), dann über Testbild fein einstellen
- Ziel: größtmögliche Ergiebigkeit & sauberes Fächerbild
Richtwert-Logik: Erst Druck + Fächer stabilisieren, dann Materialmenge so einstellen, dass die Schichtdicke passt. Zu dünn = Luftdruck relativ zu hoch; zu dick/gekörnt = Materialmenge relativ zu hoch.
Profi-Workflow (5–7 Schritte)
- Material vorbereiten: gemäß Hersteller anmischen, filtern, Viskosität prüfen – Unreinheiten sind eine der häufigsten Ursachen für Störungen.
- Pistole checken: alle Teile fest, keine Leckagen; nach Reinigung/Service besonders prüfen.
- Saubere Luft sicherstellen: Öl/Silikon/Partikel mit Feinfilter entfernen; genug Luftvolumen & geeignete Schläuche nutzen.
- Grund-Setup: Druck im Zielkorridor einstellen (HVLP eher 1,8 bar), Fächer auf Maximum starten, dann aufs Bauteil anpassen.
- Testbild spritzen: Abstand (EPA 15–20 cm / HVLP 12–15 cm) halten, Pistole möglichst rechtwinklig führen.
- Feinabstimmung: Wenn’s zu trocken wirkt → Luft runter oder Material/Viskosität korrigieren; wenn’s zu nass/gekörnt ist → Material runter oder Viskosität/Düsensatz anpassen.
- Konstant bleiben: Geschwindigkeit & Abstand stabil halten – die meisten „Finish-Fehler“ entstehen durch wechselnde Führung, nicht durch die Pistole.
Fehlerbehebung: 4 typische Probleme & schnelle Maßnahmen
- Ausguss nachziehen
- Sitz am Ausguss-Körper reinigen oder beschädigte Teile ersetzen
- Materialstand prüfen, Produktregler öffnen/korrekt einstellen
- Luftdruckversorgung prüfen (zu gering/kein Druck)
- Material zu dick → passend verdünnen; Leitungen/Düse reinigen
- Material nachfüllen, Filterung verbessern (Unreinheiten filtern)
- Ausguss nachziehen; Risse prüfen und ggf. ersetzen
- Farbnadeldichtung am Kopf prüfen/ersetzen, wenn undicht
- Luftdüse reinigen; Strahlöffnung korrekt einstellen
- Druck & Materialmenge neu balancieren; Viskosität passend einstellen
- Bei Fremdkörpern: reinigen/filtern; falsche Kombination Ausguss+Nadel ggf. ersetzen
Wartung: 5 Punkte, die die Pistole „wie neu“ halten
- Nach jedem Einsatz reinigen: Becher leeren, mit geeignetem Lösemittel spülen und so lange zerstäuben, bis alles sauber ist; Außenflächen mit getränktem Tuch abwischen.
- Luftdüse als Präzisionsteil behandeln: bei Bedarf einweichen und mit Druckluft ausblasen; keine harten/metallischen Gegenstände in Bohrungen.
- Produktfilter pflegen: reinigen oder tauschen – ein zugesetzter Filter führt zu schlechtem Auftrag und Düsenproblemen.
- Regelmäßig prüfen: Verschleißteile kontrollieren und bei Bedarf ersetzen – idealerweise Original-Ersatzteile nutzen.
- Schmieren nach der Reinigung: Gewinde/Reibzonen leicht fetten (silikonfrei), bewegliche Teile dezent nachfetten – besonders nach maschineller Reinigung.
FAQ zur Sagola 3600 XPT (praxisnah)
1) Mit welchem Druck starte ich am schnellsten?
Starte im empfohlenen Bereich 1,4–2,2 bar. Für HVLP gilt 1,8 bar als Richtwert. Danach über Testbild feintrimmen – nicht über den Maximaldruck gehen.
2) Warum wird der Auftrag trocken, obwohl ich „genug Material“ gebe?
Oft ist der Luftdruck im Verhältnis zur Materialmenge zu hoch oder der Abstand zu groß. Druck reduzieren, Abstand korrigieren und Viskosität prüfen.
3) Welche Düsensätze sind für die 3600 XPT beschrieben?
Im Handbuch werden u. a. Ø 1.20, 1.30 und 1.40 genannt. Die passende Wahl hängt vom Material, der gewünschten Schichtdicke und der Viskosität ab.
4) Muss ich wirklich filtern?
Ja – Unreinheiten führen schnell zu intermittierendem Strahl, Verstopfung oder unsauberer Zerstäubung. Filter ist „billigste Versicherung“ fürs Finish.
5) Kann ich die Pistole in einer Waschmaschine reinigen?
Grundsätzlich ja, aber mit Regeln: nicht länger als nötig einlegen, nicht direkt danach einsetzen und sicherstellen, dass innen keine Reinigungsmittelreste bleiben (sonst drohen Schäden/Gewährleistungsprobleme).
Fazit: Die Sagola 3600 XPT liefert dann sichtbar bessere Ergebnisse, wenn du sie wie ein System behandelst: passende XPT-Luftkappe wählen, Druck im Zielkorridor halten, Abstand konsequent führen und saubere Luft/Filtration sicherstellen. Mit dem Testbild-Setup und der regelmäßigen Reinigung bekommst du reproduzierbares Finish – egal ob Klarlack, Basis oder HVLP.