WIWA FLEXIMIX 1 / 1 ND richtig einsetzen: stabile 2K-Mischung, schnelle Farbwechsel, weniger Ausschuss
Wenn 2K-Materialien im Alltag schwanken (Mischfehler, unklare Prozesse, unnötige Spülverluste), kostet das sofort Zeit und Geld. Die WIWA FLEXIMIX 1 (High-Pressure) und FLEXIMIX 1 ND (Low-Pressure) sind elektronische Misch- & Dosiersysteme für solvent- und wasserbasierte Lacke – entwickelt für präzise Mischungsverhältnisse und effiziente Beschichtung.
Hinweis: Alle Einstellwerte im Guide sind Richtwerte. Maßgeblich sind Materialdatenblatt, Prozessanforderung und die konkrete Anlagenkonfiguration.
Kurzüberblick: Was kann die FLEXIMIX 1-Serie?
- Elektronisches Misch- & Dosiersystem für solvent- und wasserbasierte Lacke.
- Für Low-Pressure und High-Pressure Anwendungen – abhängig von der Variante.
- Schnelle Farbwechsel mit mehreren Lacken (typisch bis zu 10).
- Verarbeitet Beschichtungen sehr unterschiedlicher Viskositäten (vom ml- bis l-Bereich pro Minute, je nach Auslegung).
Produktüberblick: FLEXIMIX 1 vs. FLEXIMIX 1 ND (Varianten, Einsätze, Vorteile)
| Kriterium | WIWA FLEXIMIX 1 (HP) | WIWA FLEXIMIX 1 ND (LP) |
|---|---|---|
| Typischer Druckbereich | High-Pressure-Applikationen bis 400 bar (Richtwert/Max.) | Low-Pressure-Applikationen bis 15 bar (Richtwert/Max.) |
| Mischungsverhältnis | 0,5:1 bis 50:1 (volumetrisch) | 0,5:1 bis 50:1 (volumetrisch) |
| Farbwechsel / Materialvielfalt | Schneller Farbwechsel mit mehreren Lacken (bis zu 10) | Schneller Farbwechsel mit mehreren Lacken (bis zu 10) |
| Materialbasis | Solvent- & wasserbasierte Lacke | Solvent- & wasserbasierte Lacke |
| Best-Fit | Wenn Sie Industrie-Durchsatz, High-Pressure-Spritzprozesse und robuste Reserve für anspruchsvolle Anwendungen brauchen. | Wenn Sie Low-Pressure fahren, kompakt bleiben wollen und dennoch präzise 2K-Dosierung plus Farbwechsel benötigen. |
Empfohlene Grundeinstellungen (als Richtwerte)
- Mischungsverhältnis: immer nach Materialdatenblatt – innerhalb des Anlagenfensters 0,5:1 bis 50:1 (Richtwert).
- Druck: so niedrig wie möglich für sauberes Spritzbild – bei FLEXIMIX 1 im Rahmen bis 400 bar, bei FLEXIMIX 1 ND im Rahmen bis 15 bar (jeweils Maximal-/Richtwerte).
- Farbwechsel-Logik: feste Reihenfolge (hell → dunkel oder umgekehrt) plus definierte Spülzeit, damit Übergangsfarben reproduzierbar verschwinden.
- Viskosität/Temperatur: bei stark schwankender Viskosität lieber Prozess stabilisieren (Material konditionieren), statt Druck zu „überfahren“.
- Durchsatz: in der Planung berücksichtigen, dass je nach Auslegung Durchsätze von wenigen ml bis mehrere Liter pro Minute möglich sind (Richtwert/konfigurationsabhängig).
Profi-Workflow (5–7 Schritte): von Setup bis Farbwechsel
- Material & Rezept klären: Datenblatt prüfen (Mischung, Topfzeit, Verdünnung). Verhältnis als Rezept festlegen (Richtwert-Hinweis).
- Variante passend wählen: High-Pressure-Prozess → FLEXIMIX 1; Low-Pressure-Prozess → FLEXIMIX 1 ND (nach Applikation/Anforderung).
- Erstbetrieb: Leitungen/Materialwege spülen, dann Basis- und Härterseite einzeln fördern, bis stabiler Materialfluss anliegt.
- Ratio-Check im Kleinen: kurzes Testspritzbild erzeugen, Aushärtung/Optik plausibilisieren, dann erst in Serie gehen.
- Serienbetrieb stabilisieren: Druck nicht „maximal“, sondern „prozesssicher“ fahren; bei Viskositätsschwankungen lieber Materialkonditionierung verbessern.
- Farbwechsel standardisieren: definierter Wechselkanal + Spülprogramm; Übergangsphase konsequent verwerfen (Mischzone/Schlauchpaket).
- Dokumentation: Rezept + Spülschritte + „Do/Don’t“ pro Material hinterlegen – das reduziert Einrichter-Abhängigkeit.
Fehlerbehebung: 4 typische Probleme – und was sofort hilft
- Rezept prüfen: Mischungsverhältnis nach Datenblatt, innerhalb des Anlagenfensters einstellen.
- Übergangsbereich nach Farbwechsel konsequent verwerfen (Restmischung).
- Materialzustand prüfen: Temperatur/Viskosität stabilisieren.
- Druck als Richtwert neu einregeln: so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig.
- Viskosität/Materialtemperatur stabilisieren statt „Druck hochziehen“.
- Prozessstandard: Abstand, Düsenwahl, Geschwindigkeit konsistent halten.
- Wechselreihenfolge festlegen (z. B. hell → dunkel) und feste Spülprogramme nutzen.
- Nur so viel spülen wie nötig – aber immer reproduzierbar (gleiche Zeiten/Volumen).
- Übergangsphase getrennt entsorgen, nicht „in die Serie retten“.
- Rezept-Satz dokumentieren (Verhältnis, Druck-Fenster, Spülablauf, Farbkanal).
- Einricht-Checkliste nutzen (kurzer Testauftrag, Freigabe-Kriterien).
- Materialkonditionierung vereinheitlichen (Gebinde, Temperatur, Aufrühren).
Wartung (5 Punkte, die wirklich zählen)
- Spülroutine strikt einhalten – besonders nach Farbwechsel und Schichtende.
- Dichtungen/Mischzone regelmäßig prüfen (bei 2K-Materialien besonders relevant).
- Filter/Materialwege sauber halten – Ablagerungen sind ein häufiger Qualitätskiller.
- Materialbehälter und Aufbereitung (Rühren/Temperieren) als Teil der Prozesspflege behandeln.
- Rezepte & Parameterstände aktuell halten (Änderungen versionieren, nicht „still“ einführen).
FAQ (praxisrelevant)
Video: FLEXIMIX im Einsatz
Fazit
Die WIWA FLEXIMIX 1 / 1 ND ist eine starke Basis, wenn Sie 2K-Beschichtung reproduzierbar fahren und Farbwechsel standardisieren wollen. Mit klaren Rezepten, einem kurzen Ratio-Check und einem festen Spül-Workflow reduzieren Sie Mischfehler, sparen Material und erhöhen die Linien-Stabilität – genau das, was im Alltag zählt.
Jetzt konfigurieren lassen
Sie sagen uns Material, Durchsatz, Applikation (LP/HP), Farbwechsel-Anforderung und Umfeld (z. B. Wasserlack) – wir stellen die passende FLEXIMIX-Konfiguration zusammen.
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