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20.01.26

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WIWA HERKULES HX: Praxis-Guide zu Hydraulik-Airless (Model 34002 & Co.)

Praxis-Guide

WIWA HERKULES HX im Dauereinsatz: Hydraulik-Airless sauber auswählen & sicher starten

Die WIWA HERKULES HX ist eine Hydraulik-Materialpumpe für große Flächen, Dickschicht-Anwendungen sowie hochviskose/abrasive Medien – und eine starke Option, wenn keine Druckluftversorgung verfügbar ist. In diesem Guide bekommen Sie einen praxisnahen Überblick (Modelle, Einsatzfelder), Richtwerte für den Start und einen Profi-Workflow – mit direkten Produkt-CTAs.

WIWA HERKULES HX
WIWA HERKULES HX (Beispielabbildung)
KPI 1
Bis zu 60% Energieeinsparung*
Hydraulik-Antrieb kann gegenüber Druckluft je nach Setup deutlich effizienter sein.
KPI 2
Geringe Pulsation
Für reproduzierbare Schichtbilder – gerade bei Dickschicht & Korrosionsschutz praktisch.
KPI 3
Keine Vereisung durch Druckluft
Hydraulikbetrieb vermeidet typische Vereisungs-Themen bei Luftmotoren.

Produktüberblick: Modelle, Leistungsdaten, typische Einsätze

Die HERKULES HX-Serie deckt unterschiedliche Fördermengen und Druckübersetzungen ab. Unten finden Sie die wichtigsten Eckdaten je Modell (aus Prospekt/Produktdaten abgeleitet; Einheiten wie angegeben).

Modell Förderleistung je Doppelhub Druckübersetzung Max. Spritzdruck Max. Öldruck Typische Auswahl-Logik
28003 153 cm³ (≈5,17 fl oz) 3:1 450 bar 150 bar Wenn hoher Materialdruck wichtig ist, aber Fördermenge moderat reicht.
34002 189 cm³ (≈6,39 fl oz) 2,4:1 360 bar 150 bar Allround-Sweet-Spot für viele Korrosionsschutz- und Dickschicht-Jobs.
35003 275 cm³ (≈9,3 fl oz) 3,4:1 450 bar 133 bar Wenn Sie zugleich hohe Fördermenge und hohen Druck brauchen.
48002 360 cm³ (≈12,17 fl oz) 2,6:1 390 bar 150 bar Für große Flächen & hohe Förderleistung bei weiterhin hohem Materialdruck.
60001 550 cm³ (≈18,6 fl oz) 1,7:1 255 bar 150 bar Maximale Förderleistung – ideal, wenn Volumen wichtiger als Maximaldruck ist.
Hinweis: Die Serie ist u. a. für Großflächen-/Dickschichtarbeiten sowie hochviskose/abrasive Materialien (z. B. Glasflake, Kaltbitumen, 2K-/Teer-Epoxy, Zinkprimer) vorgesehen. Werte sind technische Maxima; Start-Settings siehe weiter unten als Richtwerte.

Einsatzbereiche & Material-Checkliste (kurz & praxisnah)

  • Großflächen- und Dickschichtbeschichtungen
  • Schiffbau/Offshore, Stahl- und Hallenbau
  • Korrosionsschutz, Industrieanstriche, Brandschutz
  • Farbumlaufsysteme/Lackierstraßen (auch als Förderpumpe für Anlagen/Entnahmestellen)
  • Hochviskose und/oder abrasive Materialien
  • Glasflake, Isolier- und Dickschichtmaterial
  • Antifouling, Kaltbitumen
  • Lösemittelarme/-freie Farben, 2K-/Teer-Epoxy, Eisenglimmer, Zinkprimer
Praxis-Tipp (gelbe Box): Wenn Sie hochviskose oder faser-/partikelgefüllte Materialien verarbeiten, planen Sie von Anfang an Zubehör wie Materialdurchflusserhitzer oder Rührwerk/Zulauf ein. Das stabilisiert die Viskosität und reduziert Startprobleme (Ansaugthemen, unruhiges Spritzbild, unnötig hohe Druckanforderung).

Zubehör & Ausstattungslogik (was wirklich hilft)

Für HERKULES-Pumpen ist eine Zubehörpalette verfügbar – u. a. Materialdurchflusserhitzer, pneumatisches Rührwerk sowie Zulaufbehälter (je nach Variante/Setup). Bei Rücklauf-Setups wird ein passender Zirkulationsadapter benötigt.

Zubehör-Baustein Wann sinnvoll? Praxisnutzen
Materialdurchflusserhitzer Kalt, zäh, dickschichtig, Glasflake/Bitumen Konstantere Viskosität, weniger Druckspitzen, stabileres Spritzbild
Rührwerk / Zulauf Sedimentierende oder empfindliche Medien Gleichmäßige Materialqualität, weniger Filter-/Düsenstress
Rücklauf/Zirkulation (mit Adapter) Wenn Material im System konditioniert werden soll Material „in Form bringen“, Temperatur/Viskosität stabilisieren

Jetzt passende 34002-Konfiguration wählen (rote CTAs)

Häufig bestellt wird das Modell 34002 – je nach Arbeitsplatz/Logistik als Wandhalter, Fahrgestell oder Hubwagen-Variante.

Empfohlene Grundeinstellungen (als Richtwerte)

Im Prospekt sind vor allem Maximalwerte angegeben. Für einen sicheren Start empfehlen sich konservative Richtwerte, die Sie material- und düsenabhängig feinjustieren:

Parameter Start-Richtwert Warum so?
Hydraulik-Öldruck ca. 30–50% des zulässigen Maximalwerts (modellabhängig; Maxima siehe Tabelle) Reduziert Risiko von Druckspitzen, erleichtert Entlüften/Ansaugen
Materialdruck so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig (zunächst niedrig starten, dann schrittweise erhöhen) Schont Filter/Schläuche und verhindert Overspray/Materialnebel
Materialkonditionierung bei zähen Medien frühzeitig erwärmen/rühren (wenn zulässig) Viskosität runter = weniger Druckbedarf = ruhigeres Spritzbild
Wichtiger Hinweis: Das sind Start-Richtwerte, keine festen Vorgaben. Grenzen (Maximaldrücke/Übersetzungen) entnehmen Sie den technischen Daten je Modell.

Profi-Workflow (5–7 Schritte)

  1. Material prüfen: Datenblatt/Topfzeit (bei 2K), Filter-/Füllstoffanteile, Temperatur, Viskosität.
  2. Setup wählen: 34002 als Wandhalter/Fahrgestell/Hubwagen passend zum Arbeitsplatz – Schlauchführung kurz & knickfrei.
  3. Zubehör entscheiden: Bei „zäh & dick“ früh Heizer/Rührwerk/Zulauf einplanen; ggf. Rücklauf nur mit passendem Adapter.
  4. Hydraulik sauber anbinden: Erst Leckage-Check, dann langsam hochfahren (Richtwertbereich), Druck stabilisieren lassen.
  5. Entlüften & ansaugen: Material gleichmäßig fördern lassen, bis keine Luft mehr kommt; Filter beobachten.
  6. Spritzbild einstellen: Mit niedrigem Materialdruck starten, dann schrittweise erhöhen, bis das Spritzbild sauber „öffnet“.
  7. Dokumentieren: End-Richtwerte (Öldruck/Materialdruck, Materialtemp., Setup) als Standard für den nächsten Job festhalten.

Fehlerbehebung: 4 typische Probleme + Maßnahmen

1) Unruhiges Spritzbild / Pulsieren
  • Material konditionieren (rühren/erwärmen, sofern zulässig) und Druck schrittweise optimieren.
  • Filter/Ansaugstrecke prüfen (Verschmutzung, Engstellen, Knicke).
2) Pumpe saugt schlecht an / reißt ab
  • Ansaughöhe reduzieren, Zulauf verbessern (z. B. Zulaufbehälter) und Materialtemperatur prüfen.
  • System entlüften; Dichtheit der Ansaugleitung kontrollieren.
3) Druck steigt stark an / Stopfen im System
  • Sofort Druck reduzieren/entlasten, dann Filterelement/Schlauch/Düse auf Verstopfung prüfen.
  • Material auf Klumpen/Sediment prüfen; Rühren/Filtern/Materialwechsel erwägen.
4) Zu viel Overspray / raues Finish
  • Materialdruck reduzieren und Spritzabstand/Bewegung optimieren.
  • Materialviskosität/Temperatur stabilisieren; bei Bedarf Zubehör zur Konditionierung einsetzen.

Wartung (5 Punkte, praxisorientiert)

  • Regelmäßig Filter checken: Verschmutzung reduziert Durchfluss und treibt Druckspitzen.
  • Schläuche/Fittings prüfen: Auf Scheuerstellen, Knicke, Leckagen – besonders bei hohen Drücken.
  • Dichtheit der Ansaugseite: Kleine Undichtigkeiten verursachen Luftzug und instabiles Fördern.
  • Nach Jobende sauber spülen: Passend zum Material (und Herstellerfreigaben) – damit nichts „anzieht“.
  • Settings dokumentieren: Wiederholbarkeit spart Zeit und Material – besonders bei Serienjobs.

FAQ (praxisrelevant)

Welche HERKULES HX passt am häufigsten für Korrosionsschutz?
Oft ist die 34002 ein guter Allrounder. Wenn Sie mehr Volumen brauchen: 48002/60001. Wenn maximaler Druck im Fokus steht: 28003/35003 – immer entlang Ihrer Material- und Applikationsanforderung auswählen.
Kann ich die HX in vorhandene Hydrauliksysteme integrieren?
Ja, genau dafür ist die Serie ausgelegt – Integration in bestehende Hydrauliksysteme wird ausdrücklich beschrieben (Details je Setup prüfen).
Welche Materialien sind „typisch“ für die HX?
Hochviskose/abrasive Medien wie Glasflake, Dickschicht-/Isoliermaterialien, Kaltbitumen, Antifouling sowie lösemittelarme/-freie Farben und 2K-/Teer-Epoxy-Systeme.
Warum wird geringe Pulsation als Vorteil genannt?
Weil das Spritzbild bei kritischen Schichtaufbauten (Dickschicht, Korrosionsschutz) stabiler und reproduzierbarer wird – in der Praxis ein echter Qualitäts- und Zeitfaktor.
Welche Start-Settings sollte ich nutzen?
Orientieren Sie sich an den technischen Maxima und starten Sie konservativ (z. B. 30–50% der zulässigen hydraulischen Maxima als Richtwert), dann schrittweise bis zum sauberen Spritzbild. Materialkonditionierung reduziert Druckbedarf deutlich.

Fazit

Die WIWA HERKULES HX ist eine robuste Hydraulik-Alternative für leistungsstarke Airless-Beschichtungen – besonders bei Großflächen, Dickschicht und hochviskosen/abrasiven Materialien. Wenn Sie Modell und Zubehör (Heizer/Rührwerk/Zulauf) sauber entlang Material & Logistik auswählen und mit konservativen Richtwerten starten, bekommen Sie schnell ein stabiles Setup – und reduzieren Ausfallzeiten im Dauereinsatz.

*Energieeinsparung ist als Herstellerangabe „bis zu“ zu verstehen; tatsächliche Werte sind systemabhängig.