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31.12.25

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OptiSelect GM03: Elektroden & Düsen richtig wählen – Praxis-Guide für sauberes Spritzbild

Praxis-Guide

OptiSelect GM03: Elektroden & Düsen richtig wählen – für stabile Aufladung und ein sauberes Spritzbild

Wenn das Spritzbild „unruhig“ wirkt, Pulver an Elektrode/Prallplatte anbackt oder die Schichtdicke schwankt, liegt die Ursache sehr oft nicht am Pulver – sondern an der Kombination aus Düse, Elektrode (bzw. Elektrodenhalter) und der richtigen Elektroden-Spülluft. In diesem Guide bekommst du eine klare Auswahlhilfe, Richtwerte und einen schnellen Profi-Workflow für den OptiSelect GM03.

Kurz erklärt: Was passiert an Elektrode & Düse?

  • Flachstrahldüse (ventiliert) mit gespülter Zentral-Elektrode: Pulver wird über die zentrale Elektrode aufgeladen; Spülluft verhindert Sinter/Anbackungen während des Sprühens.
  • Rundstrahldüse mit Deflektor/Prallplatte + gespülter Zentral-Elektrode: Der Deflektor formt den Pulverstrahl zur „Wolke“; auch hier reduziert Spülluft Ablagerungen an Deflektor und Elektrode.
  • Wichtig: Spülluft ist kein „Extra“, sondern Teil der Düsenfunktion – falsche Werte können das Spritzbild sichtbar verschlechtern.
Pulverbeschichtung Zubehör – Symbolbild

Düsen-Überblick: welche Düse für welche Anwendung?

Düsen-Typ Typische Anwendung Stärken Praxis-Hinweis
Flachstrahldüse (z. B. NF20/NF27) Profile / Flachteile, „Standard“-Beschichtung Kontrolliertes, ovales Spritzbild; gut für reproduzierbare Bahnen Wenn das Oval „ausfranst“ oder unregelmäßig wird, ist häufig Verschleiß oder Spülluft falsch
Flachstrahldüse für komplexe Profile (z. B. NF21/NF22) Komplexe Profile, Vertiefungen, gezieltes Sprühen Besseres „Hineinziehen“ in Konturen (je nach Geometrie) Perfekt in Kombination mit sauberen, kurzen Abständen & moderater Pulverrate
Rundstrahldüse (z. B. NS04) + Deflektor/Prallplatte Große Flächen, „wolkenförmiger“ Auftrag Sehr gleichmäßige Wolke; Deflektoren in mehreren Durchmessern verfügbar Bei Ablagerungen an der Prallplatte: Spülluft/ Reinigung/ Sitz prüfen

Hinweis: In der Ersatzteilübersicht sind Flat-Jet- und Round-Jet-Düsen als Verschleißteile geführt (inkl. Deflektoren/Prallplatten-Optionen).

KPI 1
Weniger Anbackungen
Die richtige Elektroden-Spülluft verhindert Sinter an Elektrode und Deflektor – besonders bei langen Schichten.
KPI 2
Sauberes Spritzbild
Flachstrahl „oval & ruhig“ oder Rundstrahl „wolkenförmig“ – beides wird erst stabil, wenn Sitz + Luftwerte passen.
KPI 3
Konstante Schichtdicke
Mit Start-Richtwerten und kontrollierter Pulverrate vermeidest du „zu viel Pulver“ und reduzierst Nacharbeit.
Tipp-Box: 30-Sekunden-Check, wenn’s anbäckt Wenn Pulver an Elektrode oder Prallplatte klebt: zuerst Spülluft auf einen sauberen Richtwert setzen (nicht „maximal“), danach Düse innen/außen trocken ausblasen und den Sitz der Düse prüfen. Eine lose Montage kann sogar Hochspannungs-Entladungen begünstigen – deshalb Überwurf/ Gewindehülse immer fest anziehen.

Empfohlene Grundeinstellungen (Richtwerte)

Die Werte sind Richtwerte (pulver-, geometrie- und erdungsabhängig). Sie helfen dir, schnell in einen stabilen Bereich zu kommen.

Parameter Richtwert Wofür gut?
Pulverrate (ab Werk empfohlen) 60% Stabiler Ausgangspunkt für viele Anwendungen – danach auf Schichtdicke optimieren.
Gesamtluft (ab Werk empfohlen) 4 Nm³/h Definiert die „Wolke“; zu wenig Luft → Wolke zu dicht/unruhig.
Initialbetrieb Pulverausstoß 50% Guter Start, weil das Steuergerät die Gesamtluft dabei automatisch konstant hält.
Elektroden-Spülluft (düsenabhängig) ≈ 0,1 bis ≈ 0,5 Nm³/h Reduziert Ablagerungen; „zu viel“ Spülluft kann das Spritzbild negativ beeinflussen.

Pflichtvoraussetzung: Druckluft muss öl- und wasserfrei sein – gerade beim Reinigen/ Ausblasen.

Profi-Workflow: Düse auswählen, montieren, stabil einstellen (6 Schritte)

  1. Bauteil & Ziel definieren: Große Fläche → Rundstrahl/Deflektor; Profile/Flachteile → Flachstrahl; tiefe Konturen → gezielte Flat-Jet-Varianten.
  2. Düse trocken reinigen: Innen/außen mit Druckluft ausblasen (keine Lösungsmittelbäder), Sitz prüfen.
  3. Mechanik prüfen: Gewindehülse/Überwurf fest anziehen – lose Montage erhöht Risiko von Entladungen und verschlechtert Stabilität.
  4. Richtwerte setzen: Start mit 60% Pulverrate & 4 Nm³/h Gesamtluft (oder initial 50% Pulverausstoß), danach feinjustieren.
  5. Spülluft passend zur Düse: Elektroden-Spülluft nach Düsenausführung einstellen (Richtwert ≈0,1 bis ≈0,5 Nm³/h).
  6. Spritzbild testen: In die Kabine sprühen, Wolke/Profil visuell prüfen und nur in kleinen Schritten optimieren (nicht mit „Max-Pulver“ kompensieren).

Fehlerbehebung: 4 typische Düsen-/Elektroden-Probleme

1) Pulver backt an Elektrode oder Prallplatte an
  • Spülluft zu niedrig oder falsch zur Düse → Richtwertbereich setzen und feinjustieren.
  • Düse innen verschmutzt → trocken ausblasen, ggf. sinternde Ablagerungen entfernen.
  • Zu viel Spülluft → kann Spritzbild verschlechtern; wieder in stabilen Bereich zurück.
2) Spritzbild unregelmäßig (Flachstrahl nicht mehr „oval“)
  • Düse verschlissen (Rillen/Slot/ Wandstärke) → Düse ersetzen.
  • Sitz locker → Gewindehülse/Überwurf richtig festziehen.
  • Luftwerte unpassend → Gesamtluft/Pulverrate in kleinen Schritten nachführen.
3) Pulver haftet schlecht (trotz Trigger)
  • HV/Strom deaktiviert → HV-Einstellung prüfen.
  • Werkstück nicht geerdet → Erdung prüfen/verbessern (sehr häufige Ursache).
  • Fehlermeldung/Hardwaredefekt möglich → Troubleshooting/Service nutzen.
4) Keine/zu wenig Förderung → „Wolke“ bricht ab
  • Druckluft fehlt → Versorgung prüfen.
  • Verstopfung in Düse/Schlauch/Pistole → reinigen; anschließend PowerClean/Spülmodus nutzen, falls vorhanden.

Wartung (5 Punkte, schnell umsetzbar)

  • Täglich: Pistole außen abblasen und trocken reinigen.
  • Düse täglich/je Schicht: Innen/außen mit Druckluft reinigen – niemals in Lösungsmittel eintauchen.
  • Wöchentlich: Pulverschlauch abnehmen, Düse abnehmen und reinigen, Pistole in Strömungsrichtung ausblasen; Schlauch separat reinigen und wieder montieren.
  • Monatlich: Düse auf Verschleiß prüfen und bei Bedarf ersetzen (Spritzbild/Slot/Elektrodenhalter-Keil).
  • Wichtig: Bestimmte Lösungsmittel sind ausdrücklich nicht zulässig – nutze nur geeignete Reiniger und vorzugsweise trockene Druckluft.

CTA: Häufig mitbestellen für stabile Förderung & Schnellwechsel

Gerade bei Düsenwechsel/Service lohnt sich ein Blick auf die Verschleißteile im Anschlussbereich – damit Förderung und Sitz nach dem Umbau stabil bleiben:

FAQ (praxisnah)

1) Flat-Jet oder Round-Jet – womit starte ich?
Für Profile/Flachteile meist Flat-Jet, für große Flächen Round-Jet mit Deflektor. Entscheidend ist, dass Spülluft und Sitz zur Düse passen.
2) Woran sehe ich, dass die Düse „durch“ ist?
Wenn der Flachstrahl nicht mehr regelmäßig oval ist, tiefe Rillen im Schlitz entstehen oder der Elektrodenhalter-Keil sichtbar verschleißt, ist ein Tausch sinnvoll.
3) Welche Spülluft ist „richtig“?
Als Richtwert wird ein Bereich um ≈0,1 bis ≈0,5 Nm³/h (düsenabhängig) genutzt. Zu viel Spülluft kann das Spritzbild verschlechtern – lieber gezielt feinjustieren.
4) Darf ich die Düse in Lösungsmittel legen?
Nein – die Reinigung erfolgt trocken mit Druckluft. Bestimmte Lösungsmittel sind ausdrücklich nicht erlaubt.
5) Warum ist „zu viel Pulver“ keine Lösung?
Weil es häufig nur Symptome überdeckt. Für Effizienz wird empfohlen, übermäßig hohe Pulvermenge zu vermeiden – stabiler wird’s über passende Luft/Düse/Spülluft.
Hinweis: Richtwerte sind an Pulvertyp, Bauteilgeometrie, Erdung, Zielschichtdicke und Klima anzupassen. Druckluft muss öl- und wasserfrei sein.