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11/06/2026

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Sundström SR 77-3 Fluchthaube im Praxis-Check: Atemschutz bei Brand- & Chemieunfällen

Praxis-Guide

Sundström SR 77-3 Fluchthaube im Praxis-Check: Höchster Atemschutz bei Brandfällen und Industrieunfällen

Im Ernstfall zählen Sekunden. Ob bei plötzlicher Rauchentwicklung im Betrieb, chemischen Leckagen oder Brandereignissen – die Sundström SR 77-3 ABEK1-CO-P3 Fluchthaube ist Ihre Lebensversicherung für die sichere Selbretung. Dieser Praxis-Guide zeigt Ihnen, wie das stationäre Atemschutzsystem funktioniert, welche technischen Parameter entscheidend sind und wie Sie im Notfall fehlerfrei agieren.

Sundström SR 77-3 ABEK1-CO-P3 Atemschutzsystem
30 Min.
Maximale Schutzzeit
Gegen CO, Gase & Partikel
Klasse M/L
Universalpassform
Halsmanschette aus Silikon
10 Jahre
Wartungsintervall
In ungeöffneter Alutasche

Modellübersicht & Einsatzzwecke

Parameter / Variante Sundström SR 77-3 (Stationär)
Filtertyp ABEK1-CO-P3 (Kombinationsfilter gegen organische, anorganische, saure Gase, Ammoniak, Kohlenmonoxid und Partikel)
Zulassungen EN 403:2004 (Brandfluchthauben) & EN 14387:2004 (Gas-/Kombifilter)
Hauptvorteile Flammenbeständiges Haubenmaterial, elastische Silikon-Halsmanschette, beschlagfreie Sichtscheibe
Lieferform Vakuumiert in robuster Aluminiumtasche für die stationäre Wandbox-Montage
💡 Profi-Tipp für Sicherheitsbeauftragte: Platzieren Sie die stationäre Version der SR 77-3 gut sichtbar an Hauptfluchtwegen, in der Nähe von Gefahrenarbeitsplätzen (z. B. chemische Dosieranlagen) und in Pausenräumen. Eine regelmäßige visuelle Kontrolle des Plomben-Siegels an der Box stellt sicher, dass das System im Ernstfall einsatzbereit ist.

Empfohlene Einsatzparameter & technische Richtwerte

Die folgenden technischen Leistungswerte basieren auf standardisierten Prüfverfahren nach EN 403 und dienen als Richtwerte für die Risikobeurteilung in Ihrem Betrieb:

  • Atemwiderstand (Einatmung): Ca. 130 Pa bei kontinuierlichem Luftstrom von 30 l/min (Richtwert).
  • Atemwiderstand (Ausatmung): Ca. 50 Pa – ermöglicht ein stressfreies Ausatmen während der Fluchtphase.
  • Gasbelastungskonzentrationen: Ausgelegt für Kohlenmonoxid (CO) bei 2.500 ppm bis zu 10.000 ppm in Spitzenzeiten.
  • Partikelfilter-Effizienz: > 99,997 % Abscheidung von hochgiftigen Partikeln und Ruß (P3-Zulassung).
  • Lagertemperatur: Richtwert von -20 °C bis +55 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 90 %.

Profi-Workflow: Fehlerfreies Anlegen im Notfall

Wenn der Alarm ertönt, muss jeder Handgriff blind sitzen. Folgen Sie diesem standardisierten Ablauf:

  1. Entnahme: Reißen Sie die Wandbox auf und entnehmen Sie die vakuumierte Aluminiumtasche am Trageriemen.
  2. Öffnen: Nutzen Sie die rote Aufreißlasche, um die Schutzverpackung blitzschnell zu trennen.
  3. Vorbereitung: Ziehen Sie die Haube heraus und entfernen Sie die beiden roten Verschlussstopfen vom Filter (wichtig: Ein- und Auslass müssen frei sein!).
  4. Weiten: Fassen Sie mit beiden Händen tief in die elastische Silikon-Halsmanschette und dehnen Sie diese weit auseinander.
  5. Aufsetzen: Ziehen Sie die Haube vom Kinn ausgehend nach hinten über den Kopf. Stellen Sie sicher, dass Nase und Mund komplett in der Innenmaske sitzen.
  6. Justieren: Ziehen Sie die Nackenbänder fest, bis die Manschette sauber am Hals anliegt. Brillenbügel oder lange Haare dürfen die Dichtlinie nicht unterbrechen.
  7. Flucht: Verlassen Sie den Gefahrenbereich ruhig, aber zügig über die gekennzeichneten Fluchtwege.

Fehlerbehebung (Troubleshooting)

1. Hoher Einatembogen / Keine Luftzufuhr

Maßnahme: Prüfen Sie sofort, ob die roten Plastikstopfen am Filtergehäuse vollständig abgezogen wurden. Falls blockiert, Stopfen mit einem kräftigen Ruck entfernen.

2. Geruch oder Rauchgase dringen in die Haube

Maßnahme: Die Halsmanschette schließt nicht dicht ab. Fassen Sie an den Kragen und korrigieren Sie den Sitz. Lange Haare oder dicke Schals müssen komplett aus der Silikonmanschette herausgezogen werden.

3. Visier beschlägt während der Bewegung

Maßnahme: Die Halbmaske im Inneren sitzt nicht korrekt auf Mund und Nase. Atmen Sie bewusst tief ein und aus und rücken Sie die Maske zurecht, damit die Ausatemluft direkt über das Ventil abgeleitet wird.

4. Manschette schneidet ein oder drückt extrem

Maßnahme: Die Manschette ist hochelastisch konzipiert, um maximalen Schutz zu gewährleisten. Ein starkes Druckgefühl ist normal und sichert die Dichtigkeit – verändern Sie den Sitz im Gefahrenbereich keinesfalls unüberlegt.

Wartung & Prüfung im laufenden Betrieb

Obwohl die SR 77-3 extrem wartungsarm ist, müssen betriebliche Sicherheitszyklen eingehalten werden:

  • Monatliche Sichtprüfung der Wandbox auf mechanische Beschädigungen oder unbefugtes Öffnen.
  • Kontrolle des Mindesthaltbarkeitsdatums auf dem Etikett der vakuumierten Aluminiumtasche.
  • Austausch des Atemschutzsystems nach Ablauf von maximal 10 Jahren (sofern ungeöffnet und unbeschädigt gelagert).
  • Sofortige Aussonderung und Ersatzbeschaffung, falls die Vakuumverpackung Luft gezogen hat oder weich wird.
  • Nach jedem Realeinsatz oder Übungseinsatz ist die Haube komplett fachgerecht zu entsorgen.

Häufige Fragen (FAQ) zur Sundström SR 77-3

Frage 1: Können Brillenträger die Fluchthaube problemlos nutzen?

Ja. Die großzügige Haubenkonstruktion erlaubt das Tragen von optischen Brillen unter der Haube. Wichtig ist nur, dass die Brillenbügel die Silikonmanschette am Hals nicht wegdrücken.

Frage 2: Schützt die Haube auch bei extremem Sauerstoffmangel?

Nein. Die SR 77-3 ist ein filtersystemabhängiges Fluchtgerät. Sie filtert Schadstoffe aus der Umgebungsluft, setzt aber voraus, dass noch ausreichend Sauerstoff (mindestens 17 Vol.-%) vorhanden ist.

Frage 3: Wie lange darf die Haube maximal getragen werden?

Die Haube ist nach EN 403 für Fluchtzeiten von mindestens 15 bis 30 Minuten zertifiziert. Sie ist ausschließlich für die Selbstrettung und nicht für Langzeiteinsätze oder Rettungsarbeiten konzipiert.

Frage 4: Gibt es Einschränkungen bei Bartträgern?

Da die Abdichtung primär über die hochelastische Halsmanschette erfolgt, sind Vollbärte im Vergleich zu herkömmlichen Vollmasken weniger kritisch. Dennoch sollte der Bart im Bereich der Manschette optimal glatt aufliegen.

Frage 5: Ist die stationäre Aluminiumtasche wasserdicht?

Die Aluminium-Verbundtasche schützt den Filter hermetisch vor Feuchtigkeit und Luft. Für extreme Umgebungen empfiehlt sich jedoch die Montage in der passenden Sundström Wandbox.

Fazit: Maximale Sicherheit ohne Kompromisse

Die Sundström SR 77-3 ABEK1-CO-P3 Fluchthaube vereint kompromisslosen Atemschutz mit einfachster Handhabung im Ernstfall. Dank der extrem langen Haltbarkeit von 10 Jahren in der versiegelten Originaltasche amortisieren sich die Anschaffungskosten für Betriebe schnell. Schützen Sie Ihre Mitarbeiter effektiv vor Brandgasen und Industriechemikalien.